Musik- und Lifestylemagazin
Musik-Reviews Ausgabe No.46 (März/April 2012) PDF Drucken E-Mail


AIRS- A Rock Opera
(Fencesound Music)
AIRS ist ein kollaboratives Projekt zwischen US-Autor und Progressive Fan Georg Andrade und Multi-Instrumentalist Steve Brockmann aus Deutschland. Die Rock Oper steht in Tradition von SAVATAGE und TRANS SIBIRIAN ORCHESTRA - 70er/80er Rock vereint in einer Geschichte über Schuld und den Weg in die Befreiung. Rockopern funktionieren auch oder vor allem über die Story: wer sich also mit dem Protagonisten Owen und dessen Weg aus dem Gefängnis, dessen Rückkehr ins Leben beschäftigt, wird vielleicht auch die Musik schätzen lernen. Ein dramatisches Werk in extrem theatralischer Gewandung. Etwas, das man sicher mehrmals hören muss, um es zu verstehen – für Fans von Rockopern!
Andrea Mühlig



ALL I'VE GOT – Words
(Swell Creek Records / Soulfood)
Hier kommt eine abwechslungsreiche Old School Hardcore Granate mit zwölf Streubomblets von 3 professionell agierenden Bombenlegern namens Olli, Sabine und Frontschwein „Loco“ aus Berlin. Hunde gucken bekanntlich zum Menschen hoch, Katzen auf einen herab, wobei Schweine jedoch immer auf Augenhöhe bleiben. Tendenziell zwischen Hardcore mit starkem Thrasheinschlag und Punkrock hin- und herpendelnd, versteht es die Band ausgezeichnet, Variantenreichtum und kleine, dafür aber selten gehörte Experimente z. B. in den Endsequenzen der Songs auszuloten, von denen insbesondere „Earn it“, The Pennant Thing“ „Despair“, „Crooked“ und „Assaulted“ hervorzuheben sind. Das können die Amis eben nicht besser! Was versteckt denn der Langbinderträger auf dem Cover hinter dem Rücken?
Achim Edenhofer



ARARAT – II
(Elektrohasch)
Auf dem Berg Ararat an der türkisch-armenischen Grenze soll bekanntlich Noah mit seiner nach ihm benannten Arche nach Abklingen der Sintflut aufgesessen haben. Möglich ist bekanntermaßen ja alles. Ebenfalls Ararat hat sich diese spanische Doom-Combo mit ihrer hochinteressanten Folklore-Psychedelic-Mucke benannt, die am ehesten als eine Mischung aus Colour Haze und Ahkmed bezeichnet werden kann und stimmlich und instrumentell in endlosen Jamsessions so ziemlich alles auskostet, was nur möglich ist. Das Ganze ist als (analog) Kraut Rock Gesamtkunstwerk zu verstehen und dementsprechend an Kenner gerichtet, die dies nur komplett zu würdigen wissen. Es öffnet allerdings gerne auch mal etwas beschränkte Horizonte.
Achim Edenhofer



BETA PLUS EMBRYO – Time Kills Everything
(Spiralchords / Alive)
Gefühlvoller, Stimm- und Textstarker Dark Alternative-Rock mit einigen kleinen Splittern Industrial. Das wäre wohl die Kurbeschreibung für Beta Plus Embryo. Das Quartett
überzeugt mich wirklich. Zwar bringen sie mit ihrer Musik nichts neues einzigartiges auf den Markt. Doch das was sie machen, machen sie verdammt gut und heben sich dadurch auch von anderen ab. Intressante Texte regen zum Nachdenken an und der Sänger überzeugt mit einer unglaublich vielseitigen Stimme. Kurz zusammengefasst: Vielseitiger qualitativer Dunkel-Rock-Genuss!
Kristin Müller



BLACK SPACE RIDERS – Light Is The New Black
(Brainstorm)
Bereits mit dem Albumtitel gehe ich universell konform. Licht ist hier die alles trennende und schließlich verbindende Thematik im oldenburgischen Kosmos, der zur Exploration bekanntlich größtenteils ellenlange Epen einfordert. Was dann aber noch folgt, ist 1 A Dark Desert Rock mit Spacerock-, Psychedelic und Indie-Anklängen, quasi das fehlende Bindeglied zwischen Kyuss, Monster Magnet, Quotsa und Hawkwind, Tool, The Cult sowie den Heroes der modernen Post Rock-Szene. Und das letztere bei den Indipendent Bands der Neunziger kräftig geklaut haben, sollte jeder wissen, der Fuzz, Grunge, Stoner und Shoegazer halbwegs buchstabieren kann. Besondere Songs herauszutrennen ist pure Blasphemie, da das Werk am besten am Stück konsumiert funktioniert. Wenn´s denn unbedingt sein muss, so sollte „I Am Fire“, „Louder than light“, "We used to be in light (exodus part two)" oder der Par Excellence Doomer „Creature of no light“ angesteuert werden. Das hier ist neben den bekloppten Namen der 4 Bandmitglieder JE - SLI - SAQ - CRIP ganz groß!
Achim Edenhofer



BONSAI KITTEN- Welcome To My World
(Wolverine Records/ Soulfood)
Ein Vamp Album.  Der Tiger zeigt Krallen. Tiger Lilly Marleen zeigt uns ihre Welt: It’s Chaos. Mit dem dritten Album legt das Psychobilly-Trio aus Berlin einen Spaßmacher mit ausgeprägter Leidenschaft zu schnellen Beats vor. Gastauftritte von  „Mad Dog“ Cole, Tex Morton, Hank Ray and Danny B. Harvey sind auch inklusive. Wild, chaotisch, rotzig und aggressiv klingt das, kann und soll zu außergewöhnlichen körperlichen Bewegungen führen. Frei nach dem Motto „Move on – Rock on!“ macht Killybilly- Freunden das richtig Spaß!
Andrea Mühlig



BURN – Black Magnolia
(Blind Rec.)
Felix Friberg, der Leadsänger der Münsteraner Formation besingt mit Black Magnolia ihr zweites Album. Innerhalb eines Jahres haben die vier mit ihrer puren Goth-Rock Musik die 80iger ins hier und jetzt geholt. Felix, der sich das ganz sicher noch öfters anhören lassen muss, klingt von seiner Stimme sehr na an dem Helden auch meiner Jugend, Robert Smith / The Smiths. Vielleicht ist es die Nähe oder einfach auch mein Live-Eindruck der noch jungen Formation, der mir das ganze einfach sehr schön authentisch und eindrucksvoll erscheinen lässt. Dabei bewahrt er sich aber doch ein wenig seiner eigenen Art und verliert sich nicht im nachahmen. Musikalisch? Nun, da ist es schön anzuhören, Druckvoll nach vorn gespielter jener Goth-Rock, der eher an der Melancholischen und ruhigen Front spielt und weniger der anderer Bands des Genres, die mitunter Richtung Metal abdriften. Die Rhythmen und Beats laufen einfach durch. Kaum etwas das Langeweile erzeugen würde. Besonders live, wenn denn wieder auf Tour, sollte man sich die Songs schön LAUT und LIVE antun. Das Wohnzimmer reicht für deren Volumen nicht aus. Dafür gibt es aber zur not auf deren Homepage ein paar Livevideos aus dem letzten Jahr. Viel Spaß beim Feiern!
Oliver Garrandt



DARK NEW DAY – New Traditions
(Goomba / Soulfood)
Für den Hörer, der sich dem gitarrenlastigen Hardrock verschrieben hat, ist die Band Dark New Day nur wärmstens ans Herz zu legen. Knarrige Gitarren und Rockdrums geben dem Hörer ungeahnte exstatische Gefühlsausbrüche. Warum hat es so lange gedauert, dass man diese Perle des Hardrock für sich entdecken konnte? Mit ihrem zweiten Fulltime-Album „New Traditions“ folgt die Band aus Florida, USA ihren eigenen gesetzten Zielen. Dass man aber nicht nur Hardrock-Attitüden an den Tag legt, beweist dass man auch für andere artverwandte Musikstile offen ist. So finden sich zum Beispiel Stilelemente aus dem Grunge oder auch dem Alternative Rock in den insgesamt dreizehn Songs auf dem Album wieder. Gern lässt man sich in die Welt des Hardrock entführen und kann die Songs sehr gut genießen.
Kai Grothaus



DEATH BY CHOCLATE – From Birthdays To Funerals
(Deepdive Records / Intergroove)
Tod durch Schokolade? Der Albtraum vieler Frauen und Schoggi-Liebhaber. Der Band-Name, der wie eine fürchterliche Prophezeiung klingt, wurde in einem Londoner Restaurant gefunden. Auf einer Speisekarte fanden die vier Musiker ein Dessert, das „Death by chocolate“ hieß und wie ein „Faustschlag in den Magen“ – die perfekte Beschreibung der Musik der Band – war. Die recht junge Band aus dem Vaterland guter Schokolade – der Schweiz – verzeichnet schon eine beindruckende Bilanz großer Live-Auftritte. So waren sie zum Beispiel als Vorgruppe von Bon Jovi unterwegs und konnten dabei viel Erfahrung sammeln. Erfahrung, die sich in dem Album widerspiegelt. Der Sound ist ein gelungener Mix von Rock, Gitarren-Musik, Rock `n Roll und Synthesizer-Klängen. Vielseitig wie das Leben selbst.
Melanie Haas



ELUVEITIE – Helvetios
(Nuclear Blast / Warner)
Dass Eluveitie das Pagan Genre mitunter anführen, dürfte leidlich bekannt sein. Obwohl das herausragende Schweizer Oktett lieber von der „New Wave of Folk Metal“ redet, die ungefähr im Jahr 2000 begann. Die Songs sind von gewohnt starker Qualität und interagieren zwischen den Polen hymnischer, auch mal ruhiger, bisweilen sogar akustischer Folkanteile und andererseits den brettharten Extrem Metal Elementen. Die Texte beschäftigen sich mit Freiheit, Lebenslust und heidnischer Mystik. Fans wissen, dass sie erneut ein starkes Album in verschiedenen, käuflich zu erwerbenden Versionen erwartet. Alles gesagt!
Achim Edenhofer



EPICA – Requiem For The Indifferent
(Nuclear Blast / Warner)
Wenn ein Album den Titel Requiem verdient hat, dann die neueste Veröffentlichung aus dem Hause EPICA. Man merkt diesem Album an, das sich hinter EPICA eine Band steckt, die schon seit rund 10 Jahren ihre musikalischen Wurzeln im Metal-Sound haben. Ein sehr gelungene Mischung aus Metal, heavenly female Voice, Balladen und überraschender Weise auch epischen Einflüssen. Natürlich dürfen auch die grooligen Male-Vocals in diesem Album nicht fehlen, sind aber nur vereinzelt eingesetzt worden. Zum jetzigen Zeitpunkt kann man sagen, dass es sich hier um das bisher reifste Album der Band handelt. Der eingeschlagene Weg wurde konsequent weiter gegangen und man hat sich auch für Neuerungen nicht verschlossen. Die Band um die sympathische Sängerin Simone Simons wird ihren Weg weltweit weiter gehen und die Fanbase mit diesem Album noch weiter vergrößern können. Man darf auf die Umsetzung des Albums auf der Bühne gespannt sein.
Kai Grothaus



ESCAPE WITH ROMEO – Samsara
(Zeitklang Records / Nova MD)
Was für ein Comeback. Damit hatte wohl niemand wirklich gerechnet, das es mal wieder neues Material von „Escape with Romeo“ geben würde, war es doch schon 2007, das das letzte Album der Band das Licht veröffentlicht wurde und es auch schon drei Jahre her ist, das es die Veröffentlichung von History, dem Best-of der Band, gab. Aber das Warten hat sich gelohnt. Knapp eine Stunde Musik ist auf der CD versammelt, die das breite Spektrum von „Escape with Romeo“ beinhaltet. So wechseln sich elektronische Songs und gitarren-lastige-Kompositionen ab, die im besten Post-Punk-Style daher kommen. Gefühlstechnisch ist das Album sehr gut ausbalanciert, so dass man sich 60 Minuten in dieser Musik gefangen fühlt, aber auch nicht ausbrechen möchte. Aber bitte nicht nur berieseln lassen sondern auch etwas auf die Texte achten, den diese sind es Wert, beachtet zu werden.
Kai Grothaus



EXILIA – Decode(Golden Core / ZYX)
Masha und ihre Jungs sind in Hochform. Stellt sich bereits beim hören von Decode ein unterbewusster Drang ein, mit dem Kopf zu schütteln, die Beine zu bewegen und ungehemmt mit zu shouten, wird das gesamte energetische Spektrum der Band erst richtig gefordert, wenn die vier Italiener die Bühne entern. Hier werden weder die Instrumente noch die Stimme geschont. Wer das Vergnügen hatte die Band einmal live gesehen zu haben, wird wissen, was ich meine. Aktuell ist man als Support von Megaherz unterwegs. Was an Energie in dieser kleinen Person steckt ist schon fast unfassbar. Aber zurück zur CD. Seit den Anfängen 1993 hat sich die Band konsequent weiter entwickelt und auch diverse Umbesetzungen haben dazu beigetragen, dass sich die Band in diese Richtung entwickelt hat. Über die Jahre hinweg hat es die Band geschafft sich einen festen Platz in der Nu-Metal –Szene zu erspielen und dieser Platz ist nicht erst nach „Decode“ mehr als berechtigt.
Kai Grothaus



GOLDENER ANKER – Dto.
(Major Label / Broken Silence)
Die Band sagt über ihre Musik, dass sie wie „Glasscherben mit Schlagsahne“ klingt. Eine irgendwie treffende Beschreibung. Auf jeden Fall sind die Melodien sehr sophisticated und abseits des Mainstream. Die erste Besonderheit ist die Mischung von deutschen und englischen Texten. Ausserdem besticht der Sound durch treibende Gute-Laune-Beats und außergewöhnliche Stimmen. Die 3 Bandmitglieder aus Dresden liefern innovativen 80er Punkrock, gepaart mit Indie, Noise, Pop und Trash. Crazy und absolut hörbar. Das Album gibt es als Digipack-CD oder als LP. Von März bis September spielt die Band diverse Konzerte in Deutschland und Tschechien, wo man sich von den Live-Qualitäten überzeugen lassen kann. Fazit: Nice to have.    
Melanie Haas



HEROINA – Heroina
(Sireena/ Broken Silence)
Manchmal kommt es vor, dass eine Perle der Vinylzeiten auf CD erscheint. So ist es auch mit dieser Scheibe, die ursprünglich aus den Anfang Neunzigern stammt. Musik des letzten Jahrtausends, die mit ihren Coverversionen wohl auch mindestens die Hälfte des letzten Jahrhunderts ausfüllt. Erst auf Vinyl erschienen haben die drei damaligen Musiker verschiedener Bands sich zu einem kurzen Stelldichein in St. Pauli getroffen und eine Cover-Version des The Stranglers Song „Skin Deep“ eingespielt. In der Folge, dass alle begeistert waren, kamen noch weitere sechs Songs hinzu, die letztlich zu dem Werk führten. Um alten Haudegen, die möglicherweise diese Scheibe noch im Schrank stehen haben, die CD etwas schmackhafter zu machen, wurden noch weiter vier Songs hinzugefügt. Die Originale sind alle samt von Helden der damaligen Zeit. The Sexpistols, Edith Piaf, Prince, R.E.M., Patti Smith und die erwähnten The Stranglers sind ein Mix der in einer durchaus interessanten Art und Weise zusammengestellt wurde. Dabei sind die Songs als solches mal etwas anders. Zumal die drei Helden des Projektes auf Grund auch von Tot einzelner sich nie wieder zu einer Fortsetzung zusammensetzen können, wird dies ein einmaliges Werk bleiben. Sicherlich mal sehr spannend zu hören, was Musiker der Deutschrock und Punkszene daraus gemacht haben. Zumal man vom Punk eigentlich nichts hört. Von der Musik her ist es guter Rock, der hier und da ein wenig experimentelle Züge annimmt. Durch seine puristischen mitunter auch psychedelischen Züge des Albums, kann das Trio, unterstützt durch eine Handvoll Freunde, mit einem einzigartigen Album aufwarten.
Oliver Garrandt



KILL DEVIL HILL - Kill Devil Hill
(Steamhammer / SPV)
Hier haben sich zwei ganz große der Musikszene zusammen getan um eine neue Band zu formen. Mit Drummer Vinny Appice, der bereits für Bands wie Black Sabbath, Heaven and Hell und Dio die Felle malträtierte und Rex Brown der als Bassist für Pantera und Down tätig war ist hier schon die Champions League am Start. Vervollständigt wird das Bandgefüge durch Sänger Dew Bragg und Gitarrist Mark Savon. In welche Stilrichtung sich das Debutalbum „Kill Devil Hill“ bewegt, ist bei der Besetzung schon klar ab zu sehen. Das diese Mischung aber so gut funktioniert, war am Anfang natürlich noch nicht zu erahnen. So bildet das Album ein Gefüge aus den Stilelementen der alten Bands, aber auch neuen Einflüssen, die dieses Album zu einem frischen Rock-/ Metal-Album machen, welches mit jedem weiteren hören immer mehr Facetten eröffnet. Selten war ein Album aus dieser Szene so abwechslungsreich.
Kai Grothaus



L'ÂME IMMORTELLE- Momente
(Trisol/ Soulfood)
Nach dreieinhalb Jahren Pause melden sich L'ÂME IMMORTELLE nun erfolgreich zurück und liefern: gefühlvolle Momentaufnahmen. Nach einem französischen Intro spielt das Album mit eben jenem Balanceakt zwischen den Musikstilen, der L'ÂME IMMORTELLE zu Szenewegbereitern werden ließ. Viele Balladen („Hold Me“, „Wie Tränen im Regen“), ruhig und zerbrechlich, keine großen Experimente. „Absolution“ erinnert an BLUTENGEL und ist absolut tanzflächentauglich. „Demon be gone“ ist mit Thomasʼ verzerrtes Vocals der wohl aggressivste Song. Mit „Momente“ erfinden sich Sängerin Sonja Kraushofer und Songwriter Thomas Rainer nicht neu und gerade das ist wohl das Geheimnis ihrer erfolgreichen Karriere. Es ist ein persönliches Album geworden und das werden echte Fans bestimmt auch spüren.
Andrea Mühlig



LOS BASTARDOS FILANDESSES – Saved by Rock´n´Roll
(Artist Station GmbH / Death Rock Records / Soulfood)
Die finnische Band mit dem schön bescheuert klingenden Namen hätte ich jetzt glatt in die von den Leningrad Cowboys abgesteckte Ecke gestellt. Doch huch, völlig falsch! Tatsächlich ist dies die rockende Rückkehr zu den ollen, aber dollen Spätsiebzigern und Achtzigern (Van Halen, Kiss, Mötley Crüe und Konsorten des gepflegten Hair Spray Metals). Textlich gibt es keinen Kommentar, Spaß macht die Scheibe aber allemal, insbesondere wenn die King Kong Chöre in den mitreißenden Songs formidabel eingesetzt werden. Könnte aufgrund der positiven Grundstimmung und des zu verzeichnenden gewaltigen Partyschwungs tatsächlich auch mein Leben retten! Nur Hits!
Achim Edenhofer



LOVING THE SUN – The Path Of Love
(Nea Music)
Bassist Joe Weninghoff und Sängerin Christina Pollmann bilden das Duo LOVING THE SUN. Gleich der Opener zeigt woran man bei LOVING THE SUN ist. Seichte Ambientklänge und Pollmanns dunkle Stimme, durch verschiedene Stationen im Jazz/Blues- Bereich solide ausgebildet, malen eine entspannte Klanglandschaft. Dazu gesellen sich psychedelisch angehauchte Gitarrensamples. Auf jeden Fall eine angenehme Komposition die vor allem in entspannten Momenten zum Geniessen einlädt. Ein esoterischer Touch kann nicht geleugnet weden, verhilft dem Ganzen aber zu einem intensiven Hörerlebnis. Definitiv eine Bereicherung für ruhige Stunden!  
Manon Eller



MBWTEYP – Writ of Eskort
(Ass Hammer / Cargo Records)
Endlich ist er da, der Nachfolger von „Ignorance and Vision“, dem Debut Album von „My Baby wants to eat your Pussy“ oder auch kurz „MBWTEYP“. Aber egal welche Form der Bandbezeichnung dem Fan besser gefällt. Über das neue Album „Writ of Eskort“ lässt sich nicht streiten. Eingängiger Alternative Rock der über die normalen Grenzen des Genres hinweg seine Anhänger gefunden hat oder noch finden wird. Dass es jetzt rund 5 Jahre gedauert hat, dass ein zweites Fulltime-Album auf den Markt kommt ist aber nicht dem Umstand geschuldet, dass die Band sich auf ihren Lorbeeren ausgeruht hat, sondern man konsequent auf Publikumskontakt gesetzt hat. So wurde eine Vielzahl von Festivals bespielt. Diese Erfahrungen machen sich auch im neuen Album bemerkbar, da es klanglich umfangreicher als noch das Debutalbum klingt. Eine Bereicherung für den CD-Player und auf jeden Fall auf der Liste der Bands, die man noch Live gesehen haben muss.
Kai Grothaus



METRUM - Broken
(Frog Queen /Silversonic)
METRUM bauen schon in den Opener „Anger“ einen Swingpart ein, ohne dass der Song sich deshalb in Spielerei verliert. Ein Ausrufezeichen! Sicher, der dunkle, tiefe Gesang von Alex ist gewöhnungsbedürftig, auf jeden Fall aber nicht durchschnittlich. Besonders der Titelsong „Broken“ harmoniert mit Alexʼ Charakterstimme, vielleicht deshalb der stärkste Song der Platte. „Sanity“ und „War“ bieten fast epische Refrains auf. „Leaves Fall“ und Precious“ werden Fans groovigen Rocks auf Anhieb gefallen. METRUM bewegen sich mit ihrem Debüt im Takt irgendwo zwischen alternativen METALLICA- und Prog-Metal- Sounds: facettenreich allemal. Man merkt, dass sich die deutsch-österreich-amerikanische Freundschaft durchaus positiv auf das solide, erste Album von METRUM auswirkt. Alles in allem für Leute, die eine gewisse Theatralik nicht missen möchten.
Andrea Mühlig



MY DYING BRIDE – The Barghes O'Whitby
(Peaceville Rec.)
Zum 20 jährigen Jubiläum der Band gibt es als Geschenk für die Fans die EP “The barghest  O’ Whitby“, bestehend aus einem 25 minütigen Song. Damit erzählen die Briten die Sage eines dämonischen schwarzen  Hundes, der in der Gemeinde O’ Whitby sein Unwesen getrieben haben soll. Der Sound wechselt von düster und heavy bis hin zu atmosphärisch und melodisch. Auf der EP beweist die Band ihr großartiges Können und macht klar, wer hier zur Nummer eins des Metall gehört. Wirklich wieder eine gelungene Platte nach dem 2011 erschienenen Album „Evinta“..
Melanie Haas



NATHAIVEL – Midnight Sessions
(Wave Rec/ Silver Sonic)
Nicht nur unsere Mexikanischen Freunde von Hocico können besten Electro/Industrial auf CDs pressen lassen, auch diese aus Brasilien stammende Formation. Auf ihrer zweiten nun auch hier erhältlichen CD lassen die Südamerikaner es richtig krachen. Zwar macht er bereits seit 1999 Musik unter dem Projektnamen, aber manches ist nicht oder nicht mehr erhältlich. Oder ist laut Eigenbekundung als Original auch vom Künstler selbst verlustig gegangen. Dieses Album welches, wie sollte es anders sein, sich dem Thema Endzeit widmet umfasst natürlich alles, was man sich drunter vorstellen mag. Zitat zur PressInfo: “the perfect soundtrack for the last year of our existence.“ Daher werden einige Songs ganz sicher in unsere Tanzclubs Einzug halten und spätestens nächstes Jahr wissen wir ob Mr. Nahtaivel, so auch der Name des Bandkopfes, recht behalten hat. Die teils auch Technoiden Klänge werden sicherlich nicht nur die Herzen der Cybers höher schlagen lassen. Ist doch letztlich auch der klassische EBM ein Bestandteil einiger der immerhin 12 Tracks langen Scheibe. Sofern es nicht gerade als gefälliges Werk im Regal verstauben soll, würd es sich sicher lohnen auch mal den DJ seines Vertrauens einhören zu lassen. Vielleicht nicht unbedingt auf einer Goth-Rock Veranstaltung. Jedoch sollten Fans von Creepy-verzerrten Stimmen, Hocico und anderen nicht gerade weichgespültem Electro unbedingt mal reinhören.
(Wave Records / http://www.nahtaivel.com)
Oliver Garrandt



NETZ – Exit Märchenland
(Sonic-X / TS-Musix)
Bereits mit dem instrumentalen Opener „Metropolis“ geht Netz mit ihrem kühlen Electro-Sound in ein Märchenland, welches nicht aus den Federn der Brüder Grimm stammt. So geht die Reise zwischen historischen Märchenwelten zu den Modernenmärchen a la „Clockwork Orange“ und „War of the Worlds“. Die zum größten Teil werden die Stücke um Samples aus den entsprechenden Märchen ergänzt und schaffen so eine Symbiose zum Thema. Bereits seit 20 Jahren befindet sich Netz im musikalischen Betätigungsfeld. Das erste Release wurde dann 1996 noch ohne Label veröffentlicht. In den darauf folgenden Jahren wurden bis 2003  weitere vier Alben veröffentlicht. Danach wurde es ruhig um das süddeutsche Musik- und Kunstprojekt. Mit „Exit Märchenland“ ist ein neuer Paukenschlag in der elektronischen Szene gelungen. So werden sicherlich der Ein oder Andere Song beim Discjockey deines Vertr4auens auf dem Plattenteller landen und das tanzwütige Volk auf die Tanzflächen einladen. Auf unserer beiliegenden DARK SPY  - CD sind sie auf jeden Fall schon mal mit „Exit Märchenland“ und „Metropolis“ vertreten.
Kai Grothaus



PETER HEPPNER – My Heart Of Stone
(Universal)
Peter Heppner, der u.a. mit WOLFSHEIM bekannt wurde, hat bei Universal unterschrieben und präsentiert langersehntes neues Material.  Das Album „My Heart Of Stone“, das im April veröffentlicht wird, ist Nachfolger von „Solo“ aus dem Jahre 2008. Die Zeit des Übergangs ist nun endgültig vorbei. Das zweite Solowerk des Hamburgers klingt natürlich nach den langjährigen Electropop- Einflüssen, setzt aber etwa auch auf Ambient- und New Wave-Klänge. Der Sound ist irgendwie frischer und leicht zugänglich. Die Single „Meine Welt“ wird schon im März einen Vorgeschmack auf das Album liefern. Im Herbst will Peter Heppner auch auf Deutschlandtournee gehen und „My Heart Of Stone“ live vorstellen. Ich glaube, man kann schon jetzt sagen, dass da niemand enttäuscht werden wird!
Andrea Mühlig



PICTURE – Warhorse(Artist Station Gmbh / Soulfood)
Wer sich im Bereich harter Musik auskennt, weiß auch mit Picture nach diversen Veröffentlichungen in der Vergangenheit  etwas anzufangen. Die niederländische Formation tradiert die New Wave of British Heavy Metal aus den Gründerjahren ins Zeitgeschehen und das gleich mit etlichen beachtlichen Songs („Warhorse“, „Eternal Dark“). Die Hymnik ist von Demon beeinflusst, Tempo und Schlachtengesänge sind Saxon entlehnt, wobei die angenehm tiefergelegte Stimme immer wieder durch geschickte Prog, Hard Rock oder sogar Glam Metal Einschübe garniert wird. Da auch die Songs hohen Wiedererkennungswert haben, kann sich die puristische Metalgemeinde an einem richtig guten Stück traditionellen Metals erfreuen.
Achim Edenhofer



PUNISH MY HEAVEN – The Reckoning
(Artist Station Gmbh / Soulfood)
Definiere Metalcore exakter als eine grandiose Mischung aus Thrashbreitseite und Melodic Death der Genre gründenden und künstlerisch absteckenden Göteborgszene, so gelangst du zu Punish My Heaven (Dark Tranquility), die nach ihrem sehr guten Erstling nun mit elf pfeilschnellen Riffmonstern a là „Stockholme Syndrome“ (Opfer-Täter-Loyalität), „Anthem for the Lost“ oder dem Titeltrack gewaltig nach- und loslegen. Lediglich „The Whisper“ flüstert den Pure Metaller flauschiger, aber ebenso intensiv an, wobei die 5 Rattenfänger aus Hameln sogar gänzlich ohne Keyboards auskommen. Herrlich harter Hüttenzauber mit Metalcore Shouting a la Caliban, Klargesangspassagen und einer losgelöst treibenden Doublebass.
Achim Edenhofer



RIBOZYME – Presenting The Problem(Indie Reco / Edel)
Der seltsame Name der Band lässt nun wirklich nicht darauf schließen, was hinter ihrer Musik stecken könnte. Fakt ist: Wer gut gemachten Hard-Rock mag, wird an diesem Album nichts auszusetzen haben. Die norwegische Band gibt es schon seit 1998, kam aber erst 2005 zum ersten Mal nach Deutschland. Die Musik besticht durch mitreißende Melodien, die in Kopf reingehen und sich auch sofort dort festsetzen und nicht mehr so schnell weggehen. Die Stimme des Sängers lässt einen träumen und berührt die Seele. Dieses Album, das seit Februar bei uns auf dem Markt ist, ist wirklich für jeden Indie-Rock Liebhaber und auch für alle anderen, die gerne Rock hören und Gitarren-Sound mögen.
Melanie Haas



ROOT4 – Komm In Mein Versteck
(Fish Tune)
Abgedrehter düsterer Elektro der stimmlich auf jeden Fall an Oomph errinert. Aber Root4 wissen definitif was sie machen. Es macht einfach Spaß die Scheibe zu hören und es macht -Tanzlaune. Root4 schaffen es ein Album hinzulegen, was wirklich sehr vielseitig ist. Bei elektronischer Musik passiert es leider schnell, dass aus einem Album mit vielen Liedern ein großer Einheitsbrei wird. Genau das ist bei Root4 nicht passiert. Jeder Song hat seinen ganz eigenen Sound und Charme. Im Jungle von viel viel Musik stechen Root4 hervor und zeigen uns einen ganz eigenen Stil. Wer reinhören will: Root4 sind übrigens auch auf unserem Sampler vertreten!
Kristin Müller



SATURNIA – Alpha Omega Alpha
(Elektrohasch)
Der Elektrohasch Schallplatten Labelkenner weiß immer was ihn erwartet, nämlich Psychedelic Space Progrock mit elektronischen Einflüssen, Jamsessions und Flower Power Metaphysik im universellen Drogennebel. So auch hier, wobei festzuhalten ist, dass das Projekt lediglich aus einem Stamm- (Luis Simeos) und mehreren Gastmusikern besteht und sich zwischen Keyboards, Percussions, Mellotron, Sitar und Tampura in seligen 60er Reminiszensen inmitten Pink Floyd, Ohm oder Gong-Sphären auslebt. Dass die Texte insoweit lediglich positiv sind und die Musik meditativen Entspannungscharakter hat, braucht nicht besonders erwähnt zu werden. Den Titel verstehe ich mal als das Nirwana christlicher Mystik. Ich bin gerade ehrlich ernsthaft entspannt, aber sowas von...!
Achim Edenhofer



SCOFFERLANE – Veto
(Afmusic)
Postpunk in seiner schönsten Form liefert die Band mit dem neuen Album „Veto“. Für Furore sorgte die Band schon mit dem Debut, das es als kostenlosen Download zu erwerben gab. In der Zwischenzeit wurde aus der Sechsertruppe ein Quartett, was die Qualität der Musik aber nicht schmälert. Die schwerfällige Musik mit sphärischen Einflüssen und Gänsehaut-Gesang geht unter die Haut. Die Band klingt wie eine Mischung aus The Doors, Bauhaus und Muse, ein bisschen retro, aber dennoch am Puls der Zeit und ein bisschen durchgeknallt.
Melanie Haas



STURCH – Long Way From Nowhere
(Swell Creek Records / Soulfood)
Das es ein langer Weg ist im Musikgeschäft um von Nirgendwo zu den erhofften Verkaufszahlen zu kommen, sollte jedem Musiker bewusst sein. Das es auch im Fall von Sturch hier keine Ausnahme geben wird, sollte genauso klar sein. Aber Sturch haben hier ein sehr interessantes Album herausgebracht, welches den Hörer gedanklich in den Bereich des Alternative Rock a la „Linkin Park“ driften lässt. Denkt man aber nun, dass es sich um eine Band aus den Staaten handelt, ist man auf der falschen Spur, denn es handelt sich um eine Band aus den deutschen Landen, genauer gesagt aus Hamburg. Den ersten Schritt in Richtung Marktdurchdrängung konnten die Alsterstädter bereits erzielen, da ihre Single „Beautiful Day“ in den Deutschen Alterbnative Charts einen grandiosen 18. Platz zum Einstieg hingelegt hat. Was will man mehr. „Long was from Nowhere“ wird hier sicherlich in nichts nachstehen, denn eigentlich jeder Song hat Hitpotential.
Kai Grothaus



THE ETERNAL FALL – Emptiness Vol 1&2
(Afmusic)
Schwermütige Melodien, herzzerreißender Gesang und tiefgehende Texte, vereint auf einem Doppelalbum voller melancholischem Weltschmerz. Dark Wave in seiner schönsten Form. Fans von Diary of Dreams werden hier voll auf ihre Kosten kommen. Die Melodien laden zum Träumen  und zum Versinken in einer anderen Welt ein. Die Band aus Alicante, Spanien, steht schon seit 2000 mit allerlei Szene-Größen auf der Bühne und feierte schon einige Erfolge mit insgesamt 8 Alben. Die Doppel-CD „Emptiness“ ist ein Zusammenschluss der erst separat erschienenen CD-Folge. 2010 gab es Vol.1, 2011 dann Vol.2. Als besonderes Goodie für Fans gibt es beide CDs, mit jeweils 15 Songs, nun im Doppelpack. Für Liebhaber des klassischen Goth-Rock und Dark-Wave.  
Melanie Haas



TONY MACALPINE – Tony MacAlpine
(Sun Dog Rec)
Das ist mal Musik für alle Lebenssituation.  Dieses komplett instrumentale Album rockt einfach!
Schon der erste Song mach einfach gut Laune und das vollkommen ohne Text! Und auch die darauf folgenden 10 Songs sind einfach musikalische Höchstleistung. Ich selber bin zwar kein Fan von instrumentaler Musik, doch werden all die Gitarren-Fanatiker da draußen dieses Album lieben. Denn alle Songs sind dominiert und geleitet von Tonys unvergleichlichen Gitarrenspiels!
Kristin Müller



TRILLIUM – Alloy
(Frontiers Rec. / Soulfood)
„Alloy“ ist das Debut der neuen Band von Frontfrau Amanda Somerville, die aus den USA stammt aber auch häufiger schon in Deutschland gearbeitet hat. Amanda Somerville ist schon seit 2000 im Musikbusiness tätig, als Solokünstlerin sowie als Frontfrau und Background-Sängerin in Bands wie Epica, Kamelot, Avantasia oder After Forever. Diese Erfahrung spiegelt sich im Debut von Trillium wieder. Alle zwölf Songs sind energiegeladen, eingängig und leben von der wundervollen Stimme der Sängerin. Highlight: das Duett mit Masterplan- und Avantasia-Sänger Jorn Lande mit dem Titel „Scream it“. Im Januar war die Band auch in Deutschland auf Tournee und begeisterte mit fesselndem Metal-Sound.
Melanie Haas



TYING TIFFANY – Dark Days White Nights
(Trisol / Soulfood)
Die 33jährige Künstlerin ist in Padua, einer der ältesten Städte Italiens geboren.In ihrer Musik spiegeln sich viele verschiedene Einflüsse aus den Achtzigern wieder. New Wave, Postpunk und auch Industrial sind wesentliche Elemente ihres eigenen Sounds.
Im ersten Song „New Colony“ , der im schleppenden Wave Sound der Achtziger einherkommt,denke ich noch kurz – sind das nicht die beiden schnuckeligen aus Russland t.A.T.u. oder so ähnlich…doch als ich Tying Tiffany wieder meine komplette Aufmerksamkeit schenkte, verschwand dieser beinahe schon beleidigende Gedanke sofort.Denn hier ist jemand am Werk, mit einer besonders ausdrucksstarken Stimme und einem Sound, der eine ganz besondere Atmosphäre schafft. Tying Tiffany klingen wie Siouxie & The Banshees, aberauch Erinnerungen an die grandiose Anja Huwe von Xmal Deutschland oder die trashigen Trash Groove Girls werden wach.
Mit „Drownin“ (Song Nr. 3), warfen sie eine durchaus tanzbare Vorab-Single auf den Markt, die ihren Weg in die Clubs wohl schon gefunden hat. Tying Tiffany sind für mich die Neuentdeckung in der dunklen Szene und das obwohl sie mit Dark days, White nights nun immerhin schon ihr 4.Album veröffentlicht haben. Ihr 2005er Erstlingswerk „Undercover“ wurde nicht nur von der italienischen Presse begeisternd aufgenommen, sondern auch von der internationalen Musikpresse in höchsten Tönen gelobt. Meiner Meinung nach  zu Recht, aber hört und staunt selbst.
Anspieltipps:  1, 2, 3, 5, 6
Martin Ludl



UNHEILIG - Lichter der Stadt
(Vertigo / Universal)
Was wurde nicht alles in den letzten Monaten über den Grafen berichtet. Sei es der Neid am Erfolg von „Große Freiheit“, der gefühlte Ausverkauf der Werte und das sich der Graf von seinen Wurzeln entfernt hat. Wie antwortet der Graf: Mit einem Album, was den Erfolg von „Große Freiheit“ noch in den Schatten stellen kann. Denn dieses Album enthält alles, was den Grafen und Unheilig über die gesamten Jahre seiner Schaffenszeit ausmacht. Sei es ein Intro, welches dem Thema entsprechend in die Szenerie des Albums einführt. Gefolgt von Herzwerk, einem Song voller Energie und Druck, wie es viele Fans immer gern gehört haben. Der legitime Nachfolger für „Geboren um zu leben“ ist natürlich auch dabei und gleichzeitig die erste Singleauskopplung „So wie du warst“. Nebenbei hat es der Graf wieder geschafft ein Gesamtkunstwerk zu schaffen, welches über die ganze Spieldauer hin nie den Reiz verliert und für mehr als eine Überraschung sorgt. Besonders erwähnenswert ist die Zusammenarbeit mit Labelkollege Andreas Bourani bei „Wie wir waren“. Dass die beiden Stimmen so gut harmonieren, hätte ich nicht gedacht. Zudem wartet noch ein weiteres Duett auf dieser CD entdeckt zu werden und dies ist mit niemand geringerem als Xavier Naidoo. Als ich das zum ersten Mal gelesen habe, war ich etwas verwirrt, aber was da als Endergebnis bei herausgekommen ist, hat enormes Potential. „Zeitreise“ im Stile von „Unter deiner Flagge“ und die Stimme von Xavier, die hier hineinpasst, als wenn er schon immer mit dem Grafen gesungen hat. Kurz gesagt, hier gibt es ein rundum 100%iges Unheilig-Album.   
Kai Grothaus



VARIOUS ARTISTS- The Spirit of Sireena Vol. 6
(Sireena/ Broken Silence )
Das Independent- Label Sireena  wurde im Jahre 2000 mit der Absicht gegründet, rare, bisher unveröffentlichte und vergriffene Titel, hauptsächlich aus deutschen Landen, auf den Markt zu bringen. Auch die Samplerreihe ist genau in diesem Sinne eine Art Zwischenbilanz und Programmvorschau zwischen Progressive, Kraut- / Jazz - Rock, Folk, Wave und Punk. Auf Nummer sechs der Compilation sind u.a. Atomic Rooster, Parzival, Octopus, Franz K., Der Moderne Man, Fee, Snowball, Kraan, Taras Bulba, Thirsty Moon, Mythos, Heroina, The Perc Meets The Hidden Gentleman  und Rotzkotz dabei.  Die Musik ist Geschmackssache. Überzeugen kann vielleicht aber das Digifile-Format zum extrem günstigen Budget-Preis.  
Andrea Mühlig



V.A. Septic X
(Dependent Rec)
Damit geht Septic schon in die 10 Runde. Und wieder liefert uns Septic einen vielseitigen Mix von EBM, Elektro und Industrial. Von ruhigen Sounds bis hin zu hämmernden Tanzflächenknallern, von verspielten Synth-Klängen bis hin zu bizarr verzerrrten Schredder Klängen bietet dieser Sampler alles was das Herz von Liebhabern Eletronischer Musik begehrt. Auch angenehm, dass auf der CD nicht nur die ganz Großen zu finden sind, sondern auch die kleineren Bands. Und dazu kommt das zwar immer gleiche, nur anders eingefärbte, echt super passende Cover. Wirklich gelungener elektronischer Sampler!
Kristin Müller



VAINERZ – I Try To Be
Das Projekt Vainerz ist entstanden aus Rico Piller (D.-Pressiv, P24) und Mario Bouvain (Never Endless). Und die beiden liefern eine Synthipopnummer ab, die neben schönen Melodien auch sehr tanzbar ist. Vier verschieden Versionen gibt es hier zu hören, plus einen P24 Bonustrack.
Das Ganze ist perfekt arrangiert und lässt hoffen, dass ein erstes Vainerz-Album nicht mehr lange auf sich warten lässt. De/Vision Fans werden ihre wahre Freude mit dieser Single haben, aber auch alle anderen die auf Synthi Pop mit Anspruch stehen.
Martin Ludl



WUMPSCUT – Woman And Satan First
(Beton Kopf Media / Soulfood)
„Alle Jahre wieder…“ so beginnt ein bekannten Weihnachtslied und genauso wie Weihnachten jedes Jahr pünktlich auf dem Kalender steht, ist der April der Monat, in dem seit 2004 jedes Jahr ein neues Album aus dem Hause :wumpscut: das Licht der Welt erblickt. Auch im Jahr 2012 soll auch mit dieser schöne Tradition nicht gebrochen werden. Mastermind Rudolf „Rudy“ Ratzinger hat sich in seine Giftküche begeben und einen starken Cocktail aus elektronischen Klängen, Sarkasmus und unverwechselbaren :wumpscut:-Elementen kreiert. Das sich an der Musik von :wumpscut: seit jeher die Geister scheiden, wird auch dieses Album nicht dazu beitragen, die Lager anzunähern. Aber das ist auch nicht der Anspruch dieses Albums. Fans werden es lieben und Gegner schon einmal pauschal hassen. Aber für viele derjenigen, die sich aktuell noch zwischen den Fronten bewegen, wird „Women and Satan first“ dafür sorgen, sich für eine Seite zu entscheiden
Kai Grothaus



WYKKED WYTCH – The Ultimate Deceptiom
(Goomba / Soulfood)
Fans von  female fronted Metal aufgepasst:hier gibt’s was auf die Ohren! Wyyked Witch präsentieren ihr neues Album laut,lauter am lautesten! Wer die Band nicht kennt, dem sein gesagt man kann die Truppe im Black., Death-, und Trash-Metal Bereich ansiedeln. Das Album ist wirklich von sehr guter Qualität und von scheppernden Gitarren bis hin zu wirbelnden Double-base beleiben keine Wünsche übrig. Vielleicht nicht unbedingt etwas was man hören sollte, wenn man agressiv ist. Weil immer etwas Agressives in der Musik mitschwingt. Kurz und bündig: Kopfhörer auf und reingehört - das ist Metal vom Allerfeinsten!
Kristin Müller




 

Donnerstag, 24. August 2017

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