Das bizarre Musikmagazin
DARK SPY präsentiert:
Musik-Reviews Ausgabe No.43 (Sept./Okt. 2011) PDF Drucken E-Mail


A PALE HORSE NAMED DEATH – And Death Will Follow Me
(Steamhammer )
Um sich mit dem Album anzufreunden muss man etwas Geduld haben. Anfänglich erscheint es einem wie eine Zeitreise zurück in die Neunziger. Und wenn man sich die Besetzung der Band anschaut, wird man nur bestätigt. Alice in Chains oder auch Type O Negative haben hier ganz starken Einfluss genommen. Obwohl aber wird man ganz stark daran erinnert, obschon natürlich Pete Steele nicht mehr dabei sein kann. Daher wird beim Gesang auch auf große Hilfe gebaut. Seien es Gaststimmen von Life Of Agony, sei es sogar ein Saxophonist von Lou Reed. Aber letztlich wollen wohl besonders die beiden ehemaligen TO‘N auch nicht, das es hier nur um die Weiterführung der alten Musik geht. Serial Killer ist dabei einer der abwechslungsreichsten Stücke und neben Bath In My Blood auch das mit am besten gelungenen Stück. Hörenswert und eventuell auch bald sehenswert, denn angeblich wird gerade auch an einer Europatour gearbeitet.
Oliver Garrandt



BETO VAZQUEZ INFINITY – Existenze Part I
(Rock it up (Alive))
Hey was kommt denn da daher, mal wieder ein Album von Beto Vazquez. Der gebürtige Argentinier versteht es seit mehreren Jahren immer mal wieder Metal-Alben auf den Markt zu bringen, die mitunter sehr namhafte Gastauftritte beinhalten. Auch bei Existence Part I ist dies nicht anders, auch wenn die Partner diesmal nicht ganz so namhaft sind. Aber das spielt auch nicht so die große Rolle, denn für den Fan des Metals aus den 80er-Jahren a la Helloween und Co. ist diese Scheibe ein absoluter Bringer. Gesangstechnisch wie auch von der Interpretation der Songs könnte dieses Album ein durch die Zeitmaschine geschicktes Album sein, welches nun auf den Markt kommt. Wunderbare Songs, die man sich im Metal-Lager doch häufiger wünschen würde. Besonders gut ist der Opener Shadows Fall gelungen, der den Hörer wirklich mitreißen kann. Der Rest des Albums braucht sich dahinter aber nicht zu verstecken.  
Kai Grothaus



CLAN OF XYMOX – Live At Castle Party
(Big Blue (Broken Silence))
Daumen hoch! Mit diesem Album legen CLAN OF XYMOX ein wunderbares Livealbum vor, welches auch für Nicht-Kenner ein großartiges Hörerlebnis ist. Die Aufnahmen stammen von der Castle Party 2010, des größten Dark Independent Festival auf dem Bolków Castle in Polen. Die Dark-Wave Band bietet dem Hörer 14 unvergessliche Songs, direkt mitgeschnitten von ihrem Konzert in Polen. Als Fan ist diese CD eigentlich ein Muss und auch als CLAN OF XYMOX-Neuling sollte man unbedingt in diese CD reinhören, um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Der Mittschnitt ist gelungen und lässt das Gefühl aufkommen, direkt in der ersten Reihe zu stehen. Empfehlenswert.
Melanie Haas



CYROSHELL – Cyroshell
CYROSHELL aus Dänemark liefern mit dem gleichnamig betitelten Album ihr Debut. Sie haben sich auf die Fahne geschrieben, Gothic-Rock zu machen, der hier und da an Evanescence erinnert. Im Großen und Ganzen ist die Musik solide gemacht, schließlich sind alle Mitglieder erfahrene Musiker und kennen sich in dem Business aus. Wirklich Neues machen sie aber nicht. Es gibt auf dem Album keinen Song, der hervorsticht und Ohrwurmcharakter hätte. Außerdem ist Wechselgesang zwischen Mann und Frau in diesem Genre nichts, was einen noch überrascht. Die Stimme der Frontfrau Christine Lorentzeen, die im dänischen Fernsehen als Moderatorin bekannt ist, hebt sich nicht groß von denen anderer Sängerinnen ab. Alles in allem ist das Debut gelungen, aber nur was für  Liebhaber dieser Art von epischem Gothic-Rock.
Melanie Haas



DUBKELSCHÖN – Zauberwort
Die 2002 von Michael Kaiser und Vanessa Istvan gegründete Band stellt nun ihr 5. Album
vor und ich kann zweifelsohne sagen – Ja!
Ein sehr gelungenes Werk. Folkrockfans kommen hier ebenso auf ihre Kosten, wie die Anhänger mittelalterlicher Klänge. Die typischen Instrumente wie Flöte, Drehleier, Cello, Harfe werden klug und gekonnt eingesetzt. Sie haben u.a. beim WGT in Leipzig gezeigt, daß sie eine absolute Liveband sind.
Die Songs haben echte Ohrwurmqualität und machen Lust auf mehr. Ein zeitlose Album, daß in keiner Folkrockfans-Sammlung fehlen sollte.
Anspieltipps: 1,2,3,8
Martin Ludl



EISENFUNK – Pentafunk
(Danse Macabre/Alive)
Nach dem Riesenhit “Pong” wurde natürlich Großes von Eisenfunk erwartet. Ob sie es schaffen diese Erwartungen zu erfüllen, liegt ja zuerst mal immer im Auge des Betrachters. Wer sich auf ein weiteres Album mit viel Bass und Tanzbarkeit in der Eisenfunkmanier gefreut hat, der wird definitiv Gefallen an Pentafunk haben. Auch Centhron und Bodyharvest mischen hier mit Remixen kräftig mit. Wer allerdings etwas Neues erwartet, der wird enttäuscht sein. Eisenfunk haben sich nicht groß etwas Neues einfallen lassen, sondern halten an ihren alten Traditionen fest - auch wenn die Melodien des neuen Albums denen des Vorgängers nicht gleichen. Kurzum ein echt supertanzbares Album mit einigen Schwächen. Anspieltipps: Song Nummer 3 (Pestilenz) und Song Nummer 15 (Pentafunk RMX von Centhron).
Kristin Mueller



EMIL BULLS – Oceanic
(Drakkar)
Oh Mann, die Emilbulls gibt es immer noch. Bereits seit 16 Jahren machen sie die Bühnen dieses Landes unsicher und starten jetzt einen neuen Angriff auf die Ohren der Fans. Mit Oceanic bringt die Combo aus München bereits ihr siebtes Album heraus und startet damit auch gleich richtig durch und sucht die Clubs des Landes heim. Und die Emilbulls sind ihrem Stil treu geblieben, weshalb sie auch im Gegensatz zu vielen Wegbegleitern ihrer Zeit noch immer erfolgreich am Markt sind. Die Fans danken es ihnen. Die Emilbulls haben sich nie in eine Zwangsjacke von Konventionen im Musikgeschäft hineinzwingen lassen und dies merkt man ihrer Musik an. Die Jungs um Sänger Christoph von Freydorf machen die Musik die ihnen gefällt und die sie im Moment gerade fühlen. Wunderbar, auf die nächsten 16 Jahre.
Kai Grothaus



EMPIRE DRAWNS – Empire Drowns
(EV)
Die drei Songs umfassende Debüt-Scheibe der aus Dänemark stammenden Gothic-Metal-Band ist nett. Gerade erst einen Monat auf dem Markt hat sie zumindest in der Fachpresse schon für ein positives Echo gesorgt. Wenn auch vornehmlich für die in der Tat gelungenen handwerklichen Qualitäten. Im Großen und Ganzen kann man den Nordlichtern saubere Arbeit bescheinigen. Allein wird ihr Problem sein, das man sie nur schwer von anderen Bands unterscheiden können wird. Eventuell liegt aber auch ein wenig zu sehr die Angst im Blut, zu mutig mit echten Eigenheiten dem in Eigenvertrieb vertriebenen Silberling das Risiko eines Flops auszusetzen. Andererseits sind es genau diese Eigenheiten, die dann einem Neuling im Musikbusiness echte Fans zuzutreiben und nicht “bloß” 120 Fans bei Facebook. Eventuell kann aber trotzdem noch der eine oder andere überzeugt werden. Eine Band mit Entwicklungspotential.
Oliver Garrandt



Face Down Hero – Divisions and Hierarchies
Yonah Records / New Music Distribution
Fuck Metalcore! International konkurrenzfähiger Thrash as thrash can aus deutschen Landen ist hier die Devise. Die vier Marburger Maniacs veröffentlichen mit ihrem vierten full-length Player ein Bay Area Thrash Bollwerk der 1A-Güteklasse ohne gleich auf die zur Zeit sehr angesagte New Retro-Schiene der Second Wave of Thrash Metal (Municipal Waste, Dekapitator, Hexen, Havok und Konsorten) aufzuspringen. Genügend moderne Elemente sorgen nämlich für die dringend benötigte Demarkierung zum Trendsumpf, in dem es die wenigen Perlen zu fischen gilt. Im Gegensatz zu den ungleich raueren Frühaufnahmen entfaltet sich heuer vor dem Hörer ein fein geschliffenes, noch düstereres Geschwindigkeits- und Aggressionspotential, das auch noch mit tollen Melodien (“Isolation”, ”Art of Silence”, “Apotheosis”) aufwarten kann. Da verzeiht man auch die relativ kurze Spielzeit. Insoweit gilt aber: Eben wie früher!
Achim Edenhofer



G.O.D. - Go Sailing With Us
DMG / BROKEN SILENCE
G.O.D. bezeichnen ihre Musik laut ihrer Homepage als “Pirate-Folkrock vom Feinsten”. Diese Bezeichnung klingt zunächst etwas abstrus, passt aber erstaunlich gut auf den Musikstil der hessischen Musiker. Sie vermischen Rock mit traditionellen irischen/keltischen Einflüssen und erschaffen so oft hymnenartige Lieder, die zum Mitsingen und manchmal auch zum Träumen einladen. Generell ist die Musik und der Stil von G.O.D. ziemlich abwechslungsreich. Von Folklore über Pop, Country bis hin zum Heavy Metal ist alles dabei. Man merkt, dass G.O.D. mit viel Spaß und Elan bei der Sache sind und sich selbst nicht zu ernst nehmen. So färbt der gut gelaunte Charakter der Songs schnell auch auf den Hörer ab und eine Mischung aus Fernweh, Heiterkeit und Melancholie stellt sich ein.
Marleen Karthaus



GIRLSCHOOL – Hit and run Revisited
Udr GmbH / Soulfood
Pünktlich zum 30-jährigen Jubiläum wird einer der NWoBHM-Klassiker der 80iger Jahre schlechthin, das Zweitwerk mit dem Gangsterslogan “Hit and Run” von Girlschool, in 75%iger Urbesetzung (ohne die 2007 verstorbene Kelly Johnson) neu aufgenommen. Nach dem Ende des Patriarchats in der Metalszene Ende der 70iger traten die ersten Girlgroups im harten Genre auf den Plan. Mit tatkräftiger Unterstützung von Motörhead´s Lemmy Kilmister und im Zuge der ebenfalls 1981 veröffentlichten St. Valentines Day Massacre EP konnten Girlschool mit Singlehits wie dem Titeltrack, “The Hunter”, C´mon lets go” oder “Yeah Right” erstmalig die Spitze der UK-Charts erklimmen. Danach wurde es bedeutend ruhiger um die Band. Über das Album selbst braucht man nicht allzu viele Worte verlieren, die Re-Recordings sind ordentlich und als Bonus gibt es noch “Demolition Boys” vom Vorgängeralbum “Demolition” sowie eine Kooperation des Titeltracks mit Doro Pesch. Die Krönung wäre hier aber noch eine Zugabe in Form der eben benannten EP mit “Please Don´t touch” (Headgirl), “Emergency” und “Bomber” als Neuauflage gewesen. Dies wäre quasi eine Best of gewesen!
Achim Edenhofer



HAFLIFE – Nightcrawler
Urban Legends Detroit
Wem die Musikrichtung “Bootycore” noch nichts sagt, der sollte sich einfach einmal Haflife anhören. Denn Bootycore ist eine Kreation dieser vier Jungs aus Detroit. Mit Hintern hat das Ganze dann - wenn überhaupt - nur insofern etwas zu tun, dass selbiger ordentlich in Bewegung gerät. Haflife mischen einfach zusammen, was zu mischen geht: Rock, Industrial, Glam Metal und ein bisschen Funk. Auf den rasanten Horror-Zug springen sie auch gleich mit auf und verarbeiten Filmeinspielungen und einschlägig blutige Geschichten in ihren Songs. Nightcrawler ist ein dementsprechend kräftiges und energiegeladenes Album a la Rob Zombie geworden. Langweilig wird es da nicht. Haflifes Rezept scheint es zu sein, einfach alles in einem Topf zu schmeißen und einfach ein eigenes Ding daraus zu machen. Bei vielen wirkt das nur einfallslos. Auch Haflife sind vielleicht nicht die originellsten Überflieger, aber sie machen ihre Sache trotzdem nicht schlecht.
Maria Hoffmann



HEMOPTYSIS – Mysanthropic Slaughter
(Rock It Up Records)
Diese junge Band aus Arizona mit dem unappetitlichen medizinischen Fachbegriff im Bandnamen fröhnt dem Thrash/Death Metal aus vergangenen Tagen, was sich neben der Covergestaltung auch am ausführenden Produzenten Ryan Greene ausmachen lässt, der bereits Megadeth unter seinen Fittichen hatte. Allein der Titeltrack und die anschließenden Songs “Hopeless” und “MOD” dieses Debutalbums kommen mit so grandiosen Riffs vorbei, dass man sie so schnell nicht wieder vergisst. Insgesamt fällt überhaupt eine ungezügelte Spiellust und künstlerische Intensität und Raffinesse auf, die sich zum Beispiel in den vielen technisch ausgereiften Gitarrensoli und den Duellen der Leadgitarren niederschlägt, dass es eine wahre Freude ist. Mit einer professionell noch ausgereifteren Produktion hätten die Songs am Schluss tatsächlich noch so veredelt werden können, dass man diese Scheibe im Plattenschrank glatt neben die Klassiker von Heathen, Kreator und Artillery einsortieren könnte. Für ein Debut ist dies eine außerordentlich beachtliche Leistung.
Achim Edenhofer



HYSTERESIS – There Is No Self
(Hands Productions)
Der Name der Band ist Programm! Verwirrung ist, glaube ich, das einzig konstante Momentum. Die Belgier haben gerad einen Labelwechsel hinter sich und bringen mit dem dritten Noise / Industrial-Album ein ebenso wirres wie elektronisches musikalisches Etwas zur Welt. Es ist tanzbar. Es ist rhythmisch. Es ist Krach. Wenn man von den hier und dort verwirrenden Samples und den vielschichtigen Rhythmen absieht? Ein klasse Album. Manch Song ist definitiv tanzflächengeeignet. Einzig fehlt mir der rote Faden der einen durch dieses Chaos leitet. Zu sehr unterscheiden sich manchmal Stil und Art der Tracks als das es zu ein und demselben Album, ja ein und derselben Band sein könnte. Insidern zu folge soll das aber dem derzeitigen Label entsprechen. Gesang wird aber wie bei eben vielen anderen Bands des Genres überbewertet und findet eigentlich NICHT statt. Damit wird man zumindest musikalisch allein gelassen, wenn man denn der Aussage des Albums folgen will.
Oliver Garrandt



Ivenberg - Wunden
(TrollZorn Records /Soulfood)
Die Coburger Band präsentiert ihr zweites Album nach “Leben heißt Sterben” aus dem Jahr 2008 mit einer leichten stilistischen Änderung zur vormaligen Viking Note. Denn wollte man nach dem thrashigen Einstieg mit dem eröffnenden Titelsong schon verdutzt auf das Label schauen, findet der geneigte Hörer ab Song Nummer 2 wieder die gewohnte Manier, sprich Modern Pagan/Black Metal, der nun aber auch des öfteren mit starken Anleihen beim Melodic Death Metal versehen wird. Das ist unbestritten handwerklich ausgesprochen gut gemacht. Dem Sound fehlt es ein wenig an Dynamik, aber das ist mittlerweile ein bei fast allen Produktionen zu bemängelndes Manko. Das einzige persönliche Missempfinden manifestiert sich allerdings in den teilweise niveaulosen Texten, was aber in diesem Genre leider auch nichts Ungewöhnliches ist (“Parasit”, “Es geht weiter”). Reinhören empfiehlt sich daher in die besseren lyrischen Ergüsse (“Traurige neue Welt”, “Mein Traum”).
Achim Edenhofer  



JESUS ON EXTASY – The Clock
(Farscape Records)
Wunderbarer als dieses Album kann man eine Antwort auf eine Krise oder Trennung nicht geben. Nach dem Splitt im Hause Jesus On Extasy und der Einbindung von neuen Mitgliedern in das Bandgefüge (siehe auch unser Interview mit Chai Deveraux) kommt “The Clock” wie ein Phoenix aus der Asche. Die Stimme von Neu-Sängerin Manja fügt sich so selbstverständlich in den Kontext des Albums ein, als ob nie eine andere Stimme bei JOE existiert hätte. Woran viele Bands zerbrechen und in Vergessenheit geraten hat Jesus On Extasy zu neuer Größe verholfen. Sicherlich wird es auch Fans geben, die nicht mit dem neuen Weg einverstanden sind, aber zweifelsohne wird man eine Menge neuer Fans gewinnen und sich einem noch breiteren Publikum eröffnen. Man darf gespannt sein, wie das Konzept, welches bei ”The Clock” verfolgt wurde, live auf der Bühne umgesetzt werden kann.
Kai Grothaus



KADAVRIK –Bioluminescence
Sonic Attack Records
Auf der ”Bioluminiscence” (Fähigkeit von Lebenwesen zur Lichterzeugung) getauften Doppel-CD versammeln sich die ersten beiden Alben “...until the Die is cast” und “Wine will turn to Blood again” des Weseler Symphonic Black/Melodic Death Quintetts mit dem schön bescheuerten Bandnamen, das sich grob in Richtung Dimmu Borgir, Immortal, CoB, Dark Tranquillity und der Göteborger Schule mit viel Keyboards und leichten Deathcore-Einflüssen bewegt. Die herausragende Black-Metal-Stimme, gebettet auf der nicht abzusprechenden  technischen Versiertheit der Band, sorgt dabei für internationale Güteklasse, die bereits für einige Hits (“Icecold Winter´s Grave”) gut sein dürfte. Das Coverartwork ist ähnlich gelungen wie die blasphemischen Promoshots. Da sich die Spaßvögel selbst anscheinend auch nicht allzu ernst nehmen (ironische Texte), ist hier in Zukunft wohl einiges zu erwarten.  
Achim Edenhofer



MINA HARKER – Bittersüß
(Out of line (Universal))
Gleich das erste Lied des neuen Albums von MINA HARKER, das den gleichen Titel wie das Album trägt, lässt erkennen, worauf man sich einstellen kann. Sehnsuchtsvoller Goth-Pop, gepaart mit stellenweise frechen Lyrics. Das Album steckt voller Emotionen und MINA HARKER trägt uns provokant das vor, was sie kritisiert. Wenn man auf emotionalen Pop mit düsterem Gothic-Einschlag steht, ist dieses Album die richtige Wahl. Wem das aber alles zu weichgespült rüberkommt, der sollte hier seine Finger davonlassen. Die Songs gehen textlich unter die Haut, sind aber wirklich nur für diejenigen empfehlenswert, die auf Bands wie Unheilig oder Ähnliches stehen.
Melanie Haas



N.R.F.B. - Nuclear Raped Fuck Bomb
(Major Label/Broken Silence)
Wer sich unter dem Namen N.R.F.B nicht wirklich etwas vorstellen kann ist nicht allein. Handelt es sich hier doch um eine neue Kooperation. Und was für eine. Hier versammeln sich so namhafte Künstler wie Jens Rachut von KOMMANDO SONNE-NMILCH, Franbie Stubbs von LEATHERFACE, Mense Reents Von DIE GOLDENEN ZITRONEN und Thomas Wenzel von DIE STERNE. Und was hier den Käufer der CD erwartet, ist ganz einfach gesagt. Ein Hammer musikalischer Art. Es gibt eigentlich keine richtige Stilrichtung in die man hier hinein interpretieren kann. Brachial angeklagt gesungene Gitarrensounds, Indie-Rock. Halt eine Mischung aus allem und noch viel mehr. Wer sich vom Opener (Instrumental) nicht abschrecken lässt, begibt sich auf ein Himmelfahrtskommando deutscher Indiependentmusik. Wer schon immer ein offenes Ohr für Musik aus der Hamburger Schule und verrücktem Misch-Masch hatte sollte auf jeden Fall hier zugreifen. Besonders Cool, die Addaption von “The Prodigy” im Titeltrack.
Kai Grothaus



NEIL TAYLOR – No Self Control
(Hypertension-Music (Soulfood))
Beim ersten Hören dieser CD fällt auf, das Neil Taylor ein feines Gefühl für Stimmungen hat und die entsprechende musikalische Umsetzung bieten kann. Die ersten Songs bieten ein Spectrum welches man von Phillip Boa über Bon Jovi zu PUR ziehen kann. Es wird hier ein sehr abwechlungsreiches Album geboten, welches nicht nach dem ersten hören wieder in der Versenkung verschwindet. Das dieses breite Spektrum nicht von ungefähr kommt, sollte dem geneigten Hörer stutzig machen. Also schnell mal schnell das Internet mit seinen diversen Suchmaschinen kontaktiert und siehe da: Neil Taylor spielt die Gitarre für Robbie Williams. Na, wenn das nicht schon einmal richtig protzt in der Vita. Das Album “No Self Control” kann aber auch neben großen Alben bestehen und so ist es vielleicht ein Anreiz die CD zu kaufen, aber sie wird auf jeden Fall auch ohne große Namen bestehen.
Kai Grothaus



Nullvektor - I Walk Alone
Der Schwerpunkt beim dem Album "I Walke Alone" liegt wie bei den Vorgängern in der Vielfalt, in der Ryhtmischen Kraft und dem klanglichem Minimalismus.
Man merkt einfach das er sehr experimentier freudig ist und keinerlei Angst hat neue Dinge auszuprobieren. Nach dem Intro folgen direkt die nächsten Tracks die einen einladen die Tanzfläche zu stürmen. Zwischen durch in manchen Passagen könnte man ein wenig angehauchte Angst verspüren, da einiges schaurig dargestellt wird aber dennoch bleibt alles im ryhtmischen Bereich.
Der elektrische Charakter von "Nullvektor" unterscheidet ihn ganz klar von anderen Künstlern.
Lasst uns einfach dankbar für diese künstlerische Vision sein.
Ewelyn Derc



ORPHX – Radiotherapy
(Hands Productions)
Ebenso vom Hands Label kommt ORPHX mit einem neuen Album. Electro Minimal mit vielen durchdachten Einzelelementen in den Tracks. Damit wäre eigentlich schon alles gesagt. Nun ja. Das wäre freilich doch etwas zu wenig. Über 20 Jahre spielt das Duo nun zusammen und ist des Sounds nicht müde. Diese Erfahrung zeigt sich in der Zusammenstellung der Songs, die nichts miteinander gemein haben, außer einem Rhythmusgefüge. Doch dadurch zeigt sich auch warum man bei der Band zwei alte Hasen mit einer Menge Fingerspitzengefühl hat. Es ist weniger tanzbar als vielmehr für den Hausgebrauch gedacht. Wohl aber kann man das eine oder andere Stück schon mal auf einer Minimal-Party hören. Zu individuell und zu fern des Mainstreams sind die Tracks, um sich einer breiteren Masse an neuen Fans zu erschließen. Wer sich aber zutraut auch mal was anderes zu hören und der elektronischen Musik aufgeschlossen gegenüber steht, wird ein echt tolles Album vorfinden.
Oliver Garrandt



RAGNARÖEK – Eiskalt
(Trollzorn Records (Soulfood))
Eisklat erwischt uns die neue Veröffentlichung aus dem Hause Ragnaröek, die es mit unter wieder ziemlich in sich hat. Der altbekannte Mix aus Rock und Mittelalterinstrumenten gepaart mit deutlichen Texten verleiht auch Eiskalt wieder den Nimbus, ein wirklich gelungener Output einer bemerkenswerten Band zu sein. Wie gewohnt qualitativ hochwertig produziert zelebriert die Band ihren neuen Longplayer. Das man neben den üblichen Open-Air-Veranstaltungen in diesem Jahr auch noch eine ausgedehnte Release-Tour geben wird, kommt den Fans natürlich extremst entgegen, ihre Recken live zu erleben. Auch wenn die Jungs die Hallen “eiskalt” rocken wollen, sollten die Fans auf zu dicke Kleidung verzichten, denn wenn die Jungs ihr Feuer abbrennen, wird es in den Hallen nicht nur warm sondern heiss.
Kai Grothaus



RE – LEGION – 13 Seconds
(E-Noxe (Alive))
Das Album, das 2007 erschien, ist voller tanzbarer Clubsmasher. Die Band schafft es, mit allen 15 Titeln des Albums einen treibenden Elektro-Hit nach dem anderen zu produzieren. Die eingängigen Beats gehen gut ab und es ist unmöglich, die Füße still zu halten. Großartig innovativ sind die Mannen von Re-Legion zwar nicht, müssen sie aber auch nicht sein, um schöne Songs abzuliefern. Die Band ist ziemlich fleißig und bastelt seit ihrer Gründung 2001 stets an neuen Songs und kann auf ein ziemlich großes Repertoire an abwechslungsreichen Hits zurückgreifen. Live sind die Musiker aus Deutschland zur Zeit auch sehr umtriebig und man darf sich über viele neue Sachen freuen.
Melanie Haas



RE:\LEGION – State Of Mind
(e-noxe / http://www.re-legion.de/)
Obschon es mittlerweile 16 Monate erhältlich ist, sollte man sich mit der Zeit durchaus noch mal die Muse nehmen und dem Album der beiden Electro-niker lauschen. Sei es um sich von dem aktuellen Rauschen im CD-Wald zurück zu besinnen, sei es um den DJ des Clubs deiner Wahl noch mal dazu bringen etwas Tanzbares zu spielen. Immerhin ist das gute 60Minuten Lange Album von Olli und Martin mit einigen guten Stücken ausgerüstet und sollte daher auch in keinem gut sortierten DJ-Koffer oder Laptop fehlen. Abgesehen von manch Schwächen im Gesang bezüglich englischer Sprache und Stimmlage ist der tanzbare Teil unumgänglicher Hauptbestandteil der Scheibe und ermöglicht es einem da drüber hinweg zu sehen. Wem diese Schwächen zu viel sein könnten, um gleich zum Album zu greifen, der kann wenigstens auf der Website im Download Bereich sich ein eigenes Urteil über die Snippets bilden.
Oliver Garrandt



SUBSIGNAL – Touchstones
GoldenCore Records / ZYX Music
Die 80er und 90er mit ihren großen Melodien sind wohl doch nicht ganz tot zu kriegen. Auch die Musiker um Subsignal haben in den späten 80ern in anderen Bands angefangen. Ihre Einflüsse bringen sie in diesen Projekt mit, klar. Touchstones klingt teilweise, als wären die Münchner einfach in die neue Zeit verpflanzt worden. Dazu ein bisschen elektronische Effekte und fertig. Der Gesang wirkt mit etwas zu kräftigen und zu lang gezogenen Parts oft, als müsste ein Popsänger plötzlich metallastigen Rock singen. Als Unterstützung hat er sich dann einen aufgesetzt wirkenden Backing Vocal-Chor mitgebracht. Kontrastreich ist der Subsignal-Sound allemal. Die Übergänge könnten allerdings hier und da etwas fließender sein. Heraus kommt ein ziemlich dick aufgetragener Rock, der fast filmische Züge annimmt. Als wäre es der Soundtrack zu einer Serie aus vergangenen Jahrzehnten. Das Filmische, bildlich Große, verleiht dem Album aber auch einen gewissen Charme – wenn man das mag.
Maria Hoffmann



SUBVASION – Lost At Funfair
(Major Label)
Ja was ist denn bei Major Label los? Da verbünden sich immer wieder bekannte Bands und Musiker zu neuen Gruppen und Major Label nimmt die mal gleich so auf. Ein weiteres Ding ist hier mit Subvasion zu verzeichnen Da kooperieren GUTS PIE EARSHOT mit der Schweizer Künstlerin L. N/A und was kommt dabei heraus? Eine Mischung aus Punk´n´Bass für den GPE stehen und Techno-Breakcore. Was für eine Mischung. Da die Fans von Guts Pie Earshot ja schon so manche Kollaboration gewöhnt sind, sollte es den Fans nicht schwer fallen auch an dieser neuen erfrischenden Soundstruktur gefallen zu finden. Da es sich hier um Profis ihrer Genres handelt merkt man auch nicht, dass es sich eigentlich um neues Terrain handelt, auf dem sich dieses Projekt bewegt. Daumen hoch und weiter so. Mal sehen was da noch so kommen mag. Experimentierfreudig ist man ja alle mal.   
Kai Grothaus



SUNGRAZER – Mirador
(Elektrohasch)
Dieses Anfang 2011 erschienene Album-mit sieben Titeln-der niederländischen Band SUNGRACER wurde von der Band selbst co-produziert. Es ist das zweite Album der vier noch recht unbekannten Musiker, hinterlässt aber einen tollen Eindruck. Die Musik der Band ist guter, handgemachter Rock und brennt sich mit den ersten paar Klängen schon in die Gehörgänge. Die Band hat Potential, denn es gelingt ihnen den Hörer mitzunehmen, in ihren Bann zu ziehen, sodass dieser sich entspannt zurücklehnen, in eine Trance fallen, und die Musik genießen kann. Die Beats sind eingängig, erinnern an die 60er/70er und verbreiten eine entspannte Stimmung, bedingt durch die Klänge des Basses. Die Band ist für jeden etwas, der auf soliden, mitreißenden Rock steht und sich von der Musik berauschen lassen will.
Melanie Haas



TANZWUT – Morus Et Diabolus
(TEUFEL RECORDS / SOULFOOD)
Wenn man den Namen TANZWUT hört, denkt man normalerweise an elektronische Klänge mit Industrial Einflüssen. Die Wurzeln von Teufel & Co. liegen allerdings tiefer. So sind die Musiker der Formation schon seit Anbeginn ihres musikalischen Schaffens in der traditionellen Mittelaltermusik verwurzelt und vor ihrer Karriere bei TANZWUT als Spielleute über die Mittelaltermärkte gezogen. Genau das haben sich auch TANZWUT nun als neue Aufgabe gesetzt und erweitern ihren musikalischen Horizont durch traditionell-historische Instrumente und bieten auf Morus Et Diabolus ausschließlich akustische Lieder dar. TANZWUT packen Sackpfeife und Trommel aus und liefern ein sauber produziertes Album ab, das durch seinen klaren Klang besticht und die Hörer so direkt mit auf eine authentische Reise mit ins Mittelalter nimmt.
Marleen Karthaus



TANZWUT – Weiße Nächte
(Teufel Records (Soulfood))
Für die Freunde der Mittelalter-Elektronik-Rocker ist dieses Jahr ein wahres Freudenjahr. Nachdem in 2009 der Split mit Corvus Corax und in 2010 das Soloalbum von Teufel für einigen Gesprächstoff sorgten und man natürlich auch immer in Gedanken an Tanzwut hier die ein oder andere Interpretation auf den Markt brachte, haben Tanzwut sich mit ihrem Akustik-Album und den dazugehörigen Live-Auftritten zumindest erst einmal Gehör verschafft, bevor nun mit “Weisse Nächte” wieder ein tanzwut-typischer Knaller das Licht der Welt erblickt hat. Bereits der Opener entführt den Hörer in ein Spektakel aus Gitarren und Dudelsäcken, welche über das gesamte Album vertreten sind. Gesanglich ist an dem Album nun mal gar nichts aus zusetzen. Tanzwut melden sich stärker denn je zurück auf ihrem bekannten Terrain. Freudig erwartet sind natürlich die Live-Interpretationen des neuen Albums.
Kai Grothaus



THE DAWN BAND - Agents of sentimentality
Postrock ist oft schwer: schwer zu hören, schwer einzuordnen, schwer zu fassen. The Dawn Band erfüllen eigentlich auch die meisten Ansprüche und somit haben sie den Genre Stempel, *zack* verdient.
Auf ihrem neuen Album "Agents of sentimentality" werden wir mit komplizierten und komplexen Songs, eher sparsamen Gesang und einer Laut-Leise Dynamik konfrontiert. Allerdings beherrscht die Band genauso zurückhaltende-akustische Musik wie die übliche Rockgeste. Also sind sie immer für eine Überraschung gut. Toll zu wissen oder nicht?
Aufjedenfall lässt dieses Album auf ihre eigene Art und Weise nichts aus. Mal wirkt es wie ein Motorpsycho - Song der in einem elektrischem blitzenden Rausch spielt, dann beim nächsten Song wundert man sich, weil das Lied ungewöhnlich langsam ist und dann wiederum im nächsten  Augenblick wirkt es schon Punkrock artig. Und jedes Lied hat defenetiv Ohrwurm Potenzial. Egal ob der Song Gesang beinhaltet oder nicht.
Das Charakteristische Element wird einige male weg gelassen, das macht allerdings nichts, da der Song mit den akustischen  Gitarren auch so perfekt harmoniert. Letztendlich ist dieses Album spannend, sonnig und auf seine eigene Art leicht.
Ewelyn Derc



THE GATE – Earth Cathedral
(Rock it up (Alive))
Ein Debut im Metal-Genre, welches gleich mit einer Art Metal-Oper startet, bedarf doch des genaueren Hinsehens seitens der Medien. Wer sind The Gate, die hier die Metal-Einflüsse der vergangenen Jahrzehnte so gekonnt zusammen bringen, das daraus ein grandioses Album werden konnte? Angefangen mit dem Gesang von Guido Krämer (Ex-The Company) über Peter “Unruh” Michels (Ex-Underdog), Tino Weber (Ex-Insolence und System Failed) sowie Preacher (Ex-Running Wild) sind hier keine Unbekannten am Werk gewesen. Heißt es doch oft, viele Köche verderben den Brei, haben sich die 4 Protagonisten doch insoweit super ergänzt, das man eigentlich nicht an diesem Album herum mäkeln kann. Natürlich gibt es immer Punkte die man anders machen könnte, darüber sind sich auch die Musiker einig, aber was als Output der Zusammenarbeit hier herausgekommen ist, schreit nach mehr.  
Kai Grothaus



THE STOKES – Almost A Decade
(DMG / BROKEN SILENCE)
Folklore-Elemente und irische Einflüsse lassen sich schon seit einiger Zeit immer häufiger in der modernen Popmusik wiederfinden. Gerade in den letzten Jahren erlebte dieser Stil einen regelrechten Boom und wurde zunehmen in Rock-, Punk- und allen Arten von Mainstreammusik verwendet. Dabei blieb allerdings oft die Authentizität und der ursprüngliche Charakter dieser uralten Musik auf der Strecke.
Gegen diesen Authentizitätsverlust spielen THE STOKES nun schon seit 8 Jahren an und auch ihr neues Album “Almost A Decade” sprüht traditionell irischen Charme in Reinkultur aus.
THE STOKES sind mit viel Herzblut bei der Sache und das merkt man ihnen an. Sie verzichten auf elektronische Spielereien und konzentrieren sich auf die akustische Darbietung ihrer heiter-mystischen Songs. Immerhin 18 davon finden sich auf diesem Album wieder und nehmen den Hörer so mit auf eine authentische Reise durch Irland und den Wurzeln der irischen Foklore.
Empfehlenswert für alle, die sich für Musik jenseits des Mainstreams und für die irische Tradition interessieren!
Marleen Karthaus



V.A. - Live at Wacken 2010
Golden Core / ZYX
Für die Aufgeschlossenen ist Wacken das größte, spaßigste und auch musikalisch wertvollste Metal-Spektakel auf dem Globus, für den ewig gestrigen True-Metaller hingegen eine zur bloßen Kirmesvorstellung verkommene Großveranstaltung in “Full Metal Village”. Wer aber die Augen und Ohren bereitwillig öffnet, dem offenbart sich die mittlerweile zunehmend heterogene Heavy Metal Gemeinde in all ihren dargebotenen Facetten und Spielarten. Auf dieser Doppel-CD tummelt sich jedenfalls aus den Bereichen Heavy, Thrash, Power, Death, Progressive und Medieval Metal Illustres und Kurioses wie Fear Factory, Arch Enemy, Anvil, Voivod, Apokalyptische Reiter, Udo nebst Corvus Corax, Endstille, Orphaned Land, Kampfar und The New Black mit Klassikern und neuen Songs in mehr oder minder gehobener Güteklasse vor grandioser Livekulisse. Klar sein dürfte, dass man The World´s Biggest Metal Open Air bei einem Billing von 117 Bands nur unzureichend auf CD bannen kann. Sicher ist aber auch, dass hier ein Extrakt puren Heavy Metals und ein gutklassiger Livemitschnitt des 21. Festivaljahrgangs inklusive der Wackenhymne verewigt wurde.
Achim Edenhofer



V.A. - Xrax Clubtrax Vol.3
(Alive)
Passend zum Jubiläum des Kataloges gibt es einen neuen prall gefüllten Sampler. CD 1 widmet sich voll und ganz den elektronischen Klängen und harten Bässen während CD 2 eine breite Front an scheppernden Gitarren präsentiert. Mit einer sehr langen Spielzeit und einem musikalischen Angebot was von Coveant, Eisenfunk und Steinkind bis hin zu Dimmu Borgir, Gothminister und Eisbrecher reicht ist dieser Sampler echt gelungen. Die Mischungen der einzelnen CDs sind super. Vielleicht hätte sich Xrax ein etwas kreativeres Cover einfallen lassen können aber das ist ja bei einem Sampler Nebensache. Alles in allem ein echt gelungener Sampler der nur weiterzuempfehlen ist.
Kristin Müller



VIC AN SELMO – In My Fragile
Ich war als treuer Lakaien-Fan natürlich sehr gespannt auf ihre Indicator Tour 2010, am 13. Oktober in der Grossen Freiheit/Hamburg.
Eine gut gefüllte Location wie immer bei den Lakaien und ein Vorprogramm namens Vic Anselmo.
Dann trat sie auf die Bühne mit einem süßen Lächeln, beinahe etwas schüchtern wirkend, setzte sie sich an den schwarzen Flügel. Vic Anselmo, 1985 in Lettland geboren, zeigte das sie es nicht nur gelernt hat sondern den Umgang mit den Tasten nach Belieben beherrscht. Das ist auch kein Wunder, denn im zarten Alter von zehn Jahren erlernte sie das Klavierspielen und schrieb auch schon ihre ersten, eigenen Texte. Ihre Stimme ist atemberaubend und erzeugt pure Gänsehaut.
Auf ihrem neuen Album “In My Fragile” zeigt die Gothic Sängerin ihr ganzes Repertoire.
Träumerische Balladen, düstere Rocksongs und Klangvariationen wie zu einem Film-
Soundtrack, lassen einen nicht mehr los.
Anspieltipps : Track 4, 5, 7, 9 (deutsch) und 15.
Martin Ludl



WETO – Schattenspieler
(F.a.M.E. Artist Recordings (Sony Music))
Fünf Jahre nach dem letzten Album ”Das 2weite Ich” kann die Formation WETO mit einem neuen Longplayer aufwarten. Erfrischender Gitarren-Rock, der auch einmal den Finger in die Wunde der Welt legen kann. Dieses Side-Projekt der Schandmaul-Mitstreiter steht im Hier und Jetzt und gibt sich rockiger denn je. Die Lebensberechtigung von WETO liegt nicht nur allein in der Tatsache, dass die Band schon vor Schandmaul-Zeiten auf der Welt war. Musikalisch grenzt man sich von dem großen Bruder konsequent ab und vermischt auch nicht die Genres. Allerdings beeinflussen sich natürlich beide Bands und so hat man die Möglichkeit die musikalischen Spielwiesen, die den Musikern gegeben sind, aus zu probieren und sich aus zu leben. Somit können beide Bands nebeneinander existieren, auch wenn die jeweilige Bedarfszeit natürlich endlich ist.
Kai Grothaus



ZYNIC - Fire Walke With Me
Tendieren ZYNIC Richtung funktionalem Electropop oder soll es doch eher melodiös geprägter und damit klassischer Synthiepop sein?
Das Album "Fire Walk With Me" beseitigt alle Ungewissheiten. Es bietet einfach lupenreinen Synthiepop klassischer Machart. Zwingend im Club? Nein. Dann nicht discotauglich? Ebenso nicht.
Im Fokus stehen Melodien, eingängige bis fast naive Passagen. Es ist einfach tanzbar und  wunderbar rhytmisch. Musik für Synthiefreaks, die gerne Camouflage & De/Vision hören oder glauben, dass mit der Auflösung von Elegant Machinery eine musikalische Lücke entstanden ist.
Eine moderne, druckvolle Produktion schließt das keineswegs aus und auch Abwechslung ist für ZYNIC keine musikalische Utopie. Sie können trotzdem viele Facetten zeigen. Jeder Song entwickelt seine eigen Dynamik. Kleinigkeiten machen das besondere hierbei aus.
Effekte, Melodiewendung oder doch besonders intensiv betonte Passagen. Das ist es doch was den Reiz von diesem Album aus macht.
Ewelyn Derc

 

Freitag, 24. Mai 2013

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