Musik- und Lifestylemagazin
Musik-Reviews Ausgabe No.42 (Jul./Aug. 2011) PDF Drucken E-Mail

A SILENT EXPRESS – Now!
8ball records
Und plötzlich tauchen sie auf: A Silent Express. Vielleicht nicht mit einem Knall, aber immerhin mit einem Album, das einen enthusiastisch klingenden Titel trägt. Die neue Pop-Hoffnung aus den Niederlanden hat bereits MTV auf sich aufmerksam gemacht und macht Schritt für Schritt weiter von sich reden. In Zeiten, in denen Bands wie Hurts durchaus mit Erfolg für Abwechslung in der quietschbunten Popwelt sorgen, kommen A Silent Express gerade recht. Die Songs auf Now! sind von erstaunlicher Leichtigkeit und fast durchweg radiotauglich. Dazu kommt dieser leicht weichgespülte Sound mit einer recht hellen Gesangsstimme, der uns noch aus den 80ern bekannt ist. A Silent Express haben bestimmt das Zeug dazu mit ihrer Musik erfolgreich zu werden, aber etwas mehr Profil könnte ihnen nicht schaden. Es scheint so, als hätten sie es zu sehr auf die Radiorotationen abgesehen und das haben sie in diesem Ausmaß bestimmt nicht nötig.
Maria Hoffmann



AD INFERNA – There is no cure
(Nilaihah Records)
Nach einem klassisch orientierten Klavier- und Sprachopener entführt uns das Album in eine Welt aus synthetischen Sounds und gequälten Gesangsparametern. Ein Schelm der Böses dabei denkt, für diesen Output gibt es wirklich keine Kur. Sehr interessant ist bereits der erste Full-Time-Song der mit einer Art Zwiegespräch zwischen den zwei Stimmen einer schizophrenen Person darstellt. Sehr gut gedachte Interpretation, die sich auch durch die weiteren Songs der CD zieht. Songtechnisch wird hier auf dem höchsten Leven gearbeitet und wird sowohl für den heimischen CD-Player als auch für den Player der schwarzen DJ´s und Clubs ein Pflichtprogramm werden. Tanzflächenfüllende Songs bestimmen das Gesamtbild und versprechen eine tolle Party. AD INFERNA sind schon lange aus dem Bereich des Geheimtipps heraus.
Kai Grothaus



AIDEN – Disguises
Eine 2003 gegründete US-amerikanische Post-Hardcore-Band von der ich, ehrlicher Weise gestehen muß, noch nie etwas gehört habe.
Dieses Album jetzt hat bei mir eingeschlagen, wie damals “Electric” von The Cult oder auch “First & Last & Always” von den Sisters. Es gibt für mich nicht viele Rock-Punk Alben, die ich als Xtra-Klassse bezeichnen würde -  Disguises gehört dazu. Ein absolut gelungenes Hard-Rock-Punk Album, das vom ersten Song bis zur Letzten “Mitkröhlerballade” begeistert.
Anspieltipps : Track 1+2, 7, 8(leider zu kurz) und 11.
Martin Ludl



BLACKGUARD - Firefight
Victory Records  
“Firefight” ist ein ordentliches Zweitwerk mit etwas anderer Ausrichtung gen Power/Symphonic Metal als noch auf dem bei Nuclear Blast veröffentlichten Debüt “Profugus Mortis”. Blackguard selbst sind sicherlich Kanadas starke Antwort auf Classic Speed und North European Folk Metal. Am ehesten käme wegen der starken Keyboardlastigkeit ein Vergleich zu CoB in Betracht, deren Melodiequalitäten und spielerische Raffinesse allerdings nicht erreicht werden. Nichtsdestotrotz sorgen Stimme, Doublebass-Attacken und Gitarrenriffs für kräftigen Schub in den Gehörgängen. Insbesondere der Titeltrack und “Iblis” garantieren so für nachhaltiges Hörvergnügen, auch wenn die den Pagan Metal durchziehende Eingängigkeit noch nicht allerorten anzutreffen ist. Dies ist aber aufgrund der angesprochenen Umorientierung auch nicht maßgeblich.
Achim Edenhofer  



CITY PARANOID - Closedown
(Paranoid Foundation)
So ganz bin ich aus dem Konzept dieser CD nicht schlau geworden. Sehr viele sphärische Klangwelten mit audio-suggestiven Voice-Elementen. Wenn sich so der Verfolgungswahn in der Großstadt anfühlt, bleibe ich doch lieber auf dem Land. Vielleicht ist es aber auch so eine Art unterbewusster Beeinflussung des Hörers? Wie eine musikalische Gehirnwäsche. Es hat weniger mit Musik zu tun als mit einer sphärisch untermalten Vorlesestunde. Aber es kann auch sein, das ich City Paranoid einfach Unrecht tue und ich einfach die Massage hinter dieser CD nicht verstehe. So kann sich nun jeder selbst ein Bild davon machen, wenn er diese CD bei einem Plattendealer seiner Wahl im Sortiment findet.
Kai Grothaus



COMPACT SPACE – Nameless
(Ferryhouse Productions/ Warner Music )
Christian Eigner und Daryl Bamonte, die ganz besonders den Depeche Mode Fans bekannt sein dürften, haben zusammen mit gesanglicher Unterstützung von Florian Kraemmer die Band Compact Space gegründet. Ihr erstes Album “Nameless” erschien am 24. Juni und verspricht ein großer Erfolg zu werden. Bereits der erste Song “Push Push” lässt auf ein wirklich solides und besonderes Album hoffen, dass den Zuhörer in den Bann zieht. Genau diese Vermutung wird im Laufe des Albums bestätigt. Neben tanzbaren Tracks wie “Push Push” und “Track 5” liefern die Jungs auch sehr gefühlvolle Songs wie “Track 2” oder “Track 7”, die einen in eine andere Welt eintauchen lassen.
Die durchgängig düstere und gleichzeitig sehr futuristische Stimmung macht das Album zu etwas ganz Besonderem. In manchen Songs wie “Track 10” fließt eindeutig etwas Depeche Mode Sound mit ein. Dennoch besitzt die Band ihren ganz eigenen und einzigartigen Sound, den jeder mal gehört haben muss.
Eileen Herking



CYLIX – Alpha
(Life is Painful (Nova MD))
Ja hammer, was ist das für ein Kracher. Bereits die ersten Töne von Cylix bewegen den Hörer unweigerlich mit den Füssen im Beat mit zu stampfen. Auch wenn das Album bereits im letzten Jahr erschienen ist, ist es auf keinen Fall veraltet. Frische elektronische Beats mit gut gewählten Samples und einem sehr angenehmen Gesang, der etwas an De/Vision erinnert. Von der Soundstruktur sehr tanzflächenorientiert, aber auch für die kleine Party für zuhause ein wunderbarer Tonträger. Cylix sollte man sich auf jeden Fall merken, denn hier ist für4 die Zukunft noch viel zu erwarten. Auch die beiden Remixe die dem Album angehängt sind kann man sich sehr gut anhören. Somit ist der Track EXIT nur als Aufforderung zu verstehen sofort wieder mit dem Track ENTER zu beginnen.
Kai Grothaus



DEPECHE MODE- Remixes 2: 81-11
(Mute/ EMI)
Hier ist es, das von Fans lang erwartete zweite Remixalbum, eine Zusammenstellung neuer und klassischer Remixes.  Glanzlichter auf der Scheibe sind etwa Versionen von “Dream On” und “Suffer Well”. Unter den neuen Mixen befinden sich aber auch ein paar alte Tracks wie etwa “Puppets” vom 81er Debüt “Speak and Spell”. Alles fügt sich erstaunlich zeitlos ins Gesamtbild.  Ein Album, das einmal mehr zeigt, wer zu den einflussreichsten, erfolgreichsten und innovativsten Bands des Universums gehört. Und: Remixe sind wirklich keine überflüssige Sache und noch lange kein Grund, alte Scheiben nicht mehr aus dem Plattenschrank zu nehmen! Für alle Fans und die, die es werden wollen.
Andrea Mühlig



DEVIN TOWNSEND PROJECT – Ghost
(InsideOut Music / http://www.hevydevy.com/)
Devin Townsend schickt uns eigentlich gleich zwei Alben, die jedoch zusammen außer dem Songschreiber aber auch NICHTS gemein haben. Daher auch getrennt zusammengefasst. Die Scheibe Ghost bietet einem gerade das, was man als totale Hintergrundmusik bezeichnen könnte. Ruhige Flötenklänge interessante seichte Gitarrenpassagen und dazu so leichter Gesang, dass man in der Badewanne oder dem Kerzenlicht fast schon zum Einschlafen genötigt wird. Das würde freilich dem Schaffen nicht gerecht werden. Jedoch kommt es einem schon fast esoterisch vor. Ein hinterlässt das Album allein wenig auch der Eindruck zu viel “Simon und Garfunkel” sind dem durchaus auch zu Metalsound neigenden Mr. Townsend  auf Gemüt gegangen. Für ruhige Momente, stille Stunden oder einfach gemütlichen Abenden zu zweit im Kerzenschein mit der/dem Liebsten…
Oliver Garrandt



DEVIN TOWNSEND PROJECT – Deconstruction
(InsideOut Music / http://www.hevydevy.com/)
Unterschiedlicher könnte der Eindruck nicht sein. Mit dem ersten Song wird noch der Übergang vom Album Ghost ersichtlich. Aber dann wird alles anders. Von der vermeintlichen Ruhe, die einen vorher eingelullt hat, ist nichts mehr zu spüren, geschweige denn zu hören. Sofern man bei Ghost noch auf entspannte Klänge und fast schon Liedermacher artigen Gesang hatte, wird einem bei Deconstruction sofort klar. Hart, Härter, Townsend. Das Album ist eigentlich ein reines Metalalbum. Aber total durchdacht und die Songs scheinen fast schon wie bei einer Perlenkette aneinander gereiht zu sein. Kein Song will wo anders sein und passt ideal zu seinem Nachbarn. Sicherlich gibt es mal mit freundlichen Gesangsstimmen auch im Hintergrund mal eine kleine Entspannungsphase. Die weilt aber nur kurz. Harte Riffs, ein paar Choreinlagen und besonders die kleinen aber feinen Soundcollagen zwischendurch machen das Album zu einem echten Kracher. Ich frage mich nur wie Fans dieses Gewitter in Zusammenleben mit dem friedlichen “Ghost” live überstehen können.
Oliver Garrandt



DIE VORBOTEN - Aufschrei
(Sonic Attack/Soulfood)
Vor einigen Jahren wäre diese Mischung eigentlich undenkbar gewesen, doch nach Bands wie Rammstein und Oomph ist der Trend zu neuer deutscher Härte ungebrochen. Allerdings schaffen es die Vorboten, eine eigene Interpretation zu liefern. So werden nicht einfach nur plakative Provokationen in den Raum geworfen sondern sich wirklich mit den Problemen des täglichen Lebens auseinander gesetzt. Somit gibt es einen gewissen Wiedererkennungswert und der Hörer wird nicht mit einem Abklatsch der alten Heroen bedient. Auch wenn das Album in den ersten Tönen beginnt wie ein eher brachiales Werk wird ab dem ersten Gesangston klar, das man sich doch täuschen kann. Glasklarer Gesang der sehr wandelbar über die einzelnen Tracks ist. Ein Debut-Aufschrei, der gelungen ist.
Kai Grothaus



DISMANTLED – The War Inside Me
(Dependent  / http://www.dismantled.org/)
Dieses Album dürfte für Fans eine kleine Überraschung sein. Nach eigenem Vernehmen nach sollte eigentlich das letzte Album auch das letzte “Dismantled” Album gewesen sein. Aber nach nun vier Jahren gibt es doch wieder ein Lebenszeichen mit 11 Songs. Amerikanischer Industrial-Rock at it’s best würde ich sagen. Durchdachte offene Texte, die alles ansprechen, was einen bewegen mag, unheimlich angenehme harte und weiche Melodien, die Spaß machen und zum Tanzen einladen. Dabei springt vor allem “Disease”  ins Ohr und will nicht wieder raus. Gewürzt wird alles das Album durch eine leicht aggressive Leitlinie bedingt durch den Gesang und die Beats. Rhythmen bei denen man sofort im Boot ist. Getragen wird das Album aber auch durch die sphärischen Electro Synthie Einspielungen. Freilich gibt es auch Verbesserungsbedarf. So finde ich die Übergänge von einem zum anderen Song mitunter abrupt oder unschön gelöst. Das kommt hier und da irgendwie nach “pfuschigem” Zusammenstellen der Tracks rüber.  Aber in Gänze sollte Mr. Zon mit dem Album auch neue Fans finden.
Oliver Garrandt



DXBXSX - Zugriff
(Electrohasch)
Huh, wo will sich DxBxSx ansiedeln? Ist hier mal wieder eine neue Welle des Deutsch-Punk am anrollen oder was will uns mit den Songs gesagt werden? Von der Produktionsqualität fühlt man sich auf jeden Fall in die Hohezeit des Punk mit den Sex Pistols und Co. versetzt. Kein bearbeiteter Gesang, raue Gitarren und dumpfe Drums. Hach wie ist das schön. Textlich mag man sich fragen, ob die alten Zeiten wieder herauf beschworen werden können. Auf jeden Fall sehr Zeitkritisch wenn man sich etwas genauer damit beschäftigt. In der glatten und auf Profit ausgelegten Zeit von heute bräuchte das Land mal wieder etwas mehr Kritik und Bands, die sich auch zornig im Sinne des Punk äußern. Hiermit leistet DxBxSx wieder Pionierarbeit. Vielleicht folgen ja wieder Bands nach wie vor rund 35 Jahren. Keine weichgespülte Mucke wie in den diversen Casting-Shows.
Kai Grothaus



ELIZIUM – Relief by the Sun
Die düsteren Rocker von Elizium haben nun nach einigen Jahren Wartezeit endlich wieder ein Album namens ”Relief by the Sun” heraus gebracht. Die Jungs aus den Niederlanden liefern damit zur Sommerzeit ein wirklich finsteres Album, das in jedem Song eine kleine Geschichte erzählt. Dabei sind eine Menge persönliche Erlebnisse in die Songs mit eingeflossen und offenbaren viele Interessante Dinge über die Band.
Die düsteren Klänge werden durch die sehr authentische Stimme des Sängers unterstützt, die den Zuhörer merken lässt, dass in den Songs Verzweiflung und Leid eine große Rolle spielen.
Der Song “Rotten” ist sehr emotional und spiegelt die etwas dunklen Seiten des Lebens wieder. “War in Heaven” besticht durch seinen Titel wie auch durch seinen lyrischen Inhalt. Das gesamte Album zeigt eine durchweg emotionale und düstere Stimmung. Die langjährige Arbeit hat sich also wirklich gelohnt. Jeder Düsterrocker wird “Relief by the Sun” lieben!
Eileen Herking



FAUN – Eden
Faun lädt wieder zum Träumen ein. Ihr neues Album “Eden” hätte keinen besseren Namen tragen können, denn ihre Musik vereint genau die paradiesischen Zustände die der Garten Eden in sich trägt. Fast vier Jahre haben die sympathischen Musiker von Faun an dem Album gearbeitet. Die lange Wartezeit hat sich aber auf jeden Fall gelohnt!
Das Album wird von mystischen alten Geschichten begleitet, die allesamt von verschiedenen Erzählungen über den Garten Eden handeln. Mit dem Einsatz verschiedenster Instrumente, von der Drehleier bis hin zur Harfe, gelingt es Faun wie immer auf eine besonders realistische Weise ihre Vertonungen in Szene zu setzen und den Zuhörer in eine Welt voller Magie und Phantasie zu befördern. Besonders zu empfehlen ist der Song zum gleichnamigen Film “Zeitgeist”  und die fantastische Ballade “Hymn to Pan”, die von dem berühmten Hirtengott Pan handelt.
“Eden” ist ein absolut gelungenes und harmonisches Album, das auch einige Menschen außerhalb der Fanbase in den Bann ziehen wird!
Unbedingt reinhören J
Eileen Herking



FAUNS– Awaiting the Sun
(Firefield Records)
Rock gepaart mit folkloristischen Einflüssen und einer guten Portion Melancholie ergibt den Musikstil den Fauns auf ihrem Album “Awaiting the Sun” praktizieren. Durch das Album zieht sich durchweg eine sehr ruhige Stimmung, die an vielen Stellen sogar stark melancholisch daher kommt. Ihre Musik legt ihr Augenmerk auf die einzelnen Instrumente und so erscheint der etwas schwache Gesang auf dem gesamten Album eher als Nebensache. Obwohl an manchen Stellen schnellere und aufregendere Songs von Vorteil gewesen wären, herrscht auf dem Album dennoch eine gewisse Harmonie, die ideal für einen lauen Sommerabend am Strand geeignet ist.
Eileen Herking



GALLHAMMER - The End
Peaceville
Extremer Metal aus Japan ist ja mittlerweile keine Seltenheit mehr. Was dieses Mädelsduo nach dem Weggang der Gitarristin allein mit Drum und mehrseitigem Bass zelebriert, kann man Crust-Punk, Sludgemetal, Dronerock, Japanoise oder Doomcore nennen, es bleibt ohne Belang, denn die Mischung aus Punk und Black/Death/Doom polarisiert Kritiker und Käuferschichten gleichermaßen. Während die eine Seite monotonen Songaufbau und fehlendes künstlerisches Handwerk beklagen will, wendet die weltoffenere Lobby ein, bloß schwere Kost mit Kultfaktor ins Kuriositätenkabinett einzustellen. Feststehen dürfte, dass die Proto-Metal Songs nach mehrmaligen Anhören erkennen lassen, dass der Crust als musikalisches Grundgerüst lediglich diversen Subgenres untergeordnet und zudem mit kruden Ideen wie dem konterkarierenden disharmonischen Saxophon in dem düsteren “108=7/T-NA” aufgelockert wird. Weitere Anspieltipps sind das Old-School doomige “The End” und das verzweifelte Langepos “Wander”.   
Achim Edenhofer



GERNOTSHAGEN - Weltenbrand
TrollZorn Rcords (Soulfood)
Das von Genrekennern erwartete Highlight des Jahres im epischen Pagan Metal kommt mit einer gegenüber den beiden Vorgängern erheblich verbesserten Produktion, aber auch mit einer merklichen Rücknahme von Folk Metal Anteilen daher. Was diesen heidnischen Metal in seiner ursprünglichsten Form mit seinen auf germanischer Mythologie basierenden Texten so besonders macht, ist zum einen das breite und sagenhaft dargebotene Gesangsspektrum, das von gutturalen bis zu cleanen Vocals so ziemlich alles vorhält, was erstaunlichen Abwechslungsreichtum in die hauptsächlich vom Midtempo beherrschten Songs bringen kann. Zum andern werden hier dem globalisiert technoiden Wahnsinn atmosphärische thematische Hymnen entgegengesetzt, die tatsächlich aus einer anderen, nämlich einer tief naturverbundenen Welt zu stammen scheinen (“Weltenbrand””, “Blinde Wut”, “Einsam”). Das thüringische Sextett um Sangeskünstler Askan mag dem echten Black Metaller zu melodisch und der Polka-Humppa Fraktion zu melancholisch und getragen sein, wer sich aber näher damit beschäftigt, wird insoweit ein echtes sinfonisches Kleinod vorfinden.
Achim Edenhofer



GLAMPYRE
GRIMSKUNK- Skunkadelic
(Intergroove)
GRIMSKUNK-Fans aufgepasst! Am 29.April erschien das Doppel-Album der kanadischen Band mit dem Titel “Skunkadelic”. Zwei CDs, vollgepackt mit insgesamt 25 Liedern der letzten sieben Alben der Band, die es schon seit 1988 gibt. Alle Tophits sind auf diesen zwei Silberlingen vereint und ein schönes Geschenk an alle Fans. Aber auch Menschen, die noch keine Fans der Band sind, können bei diesem Album gerne zugreifen. Die Songs sind einfach richtig gut gemachter Rock und man wird gute Laune beim Hören bekommen. Auch das Artwork ist wieder richtig ausgetüftelt. Für alle, die sich gerne guten Rock anhören, der einen durch seine treibenden Beats zum Tanzen anregt, ist diese Scheibe eine Empfehlung wert. Auch eingefleischte Fans werden definitiv nicht enttäuscht werden, da die Band alle Smasher auf die Trackliste gesetzt hat.
Melanie Haas



HEXENTANZ – Necrocrafte
(Umbrella (Soulfood))
Wirklich schwierig, dieses Album zu bewerten, denn als normale Musik-CD kann dieses Album wahrlich nicht bezeichnen. Wenn man es zur Unterhaltung nutzen möchte, sollte man es lieber gleich aus dem Player lassen. Grundsätzlich ist es eigentlich mehr ein Soundtrack der zwischen Horrorfilmen und Hexendokumentationen Platz hätte. Das Projekt, welches aus den Vereinigten Staaten stammt bringt Flächen mit einer Art Sprechgesang in Verbindung, der an die alten Hexenflüche und Zaubersprüche erinnert. Vielleicht sollte man vor dem Kauf einfach mal in das Album reinhören um später nicht enttäuscht zu sein. Hier eine Empfehlung auszusprechen fällt mir wirklich schwer.
Kai Grothaus



INDIVIDUAL INDUSTRY – Dreams never and
Electropo aus Brasilien und zwar nicht erst seit gestern.
Diese Band ist eine Kultband aus den 80ern und prägte  die Dark Wave Szene Brasiliens.
Ein bunter Mix aus Dark Wave, Pop und 80er Sound lädt zum Träumen ein.
In Track Nr. 7 sorgt die Textpassage ” Reiß dich mal vom Hocker” für grobes Nachdenken.
Fans werden dieses Album lieben, alle anderen werden Track 7 ein wenig umdichten.
Nichts desto trotz –  unbedingt hörenswert.
Martin Ludl



KITTY IN A CASKET – Back to thrill
(Wolverine Rec.)
Haben die vergangenen Alben der österreichschen Band sich noch sehr stark am Rockebilly-Image orientiert geht es bereits mit dem ersten Song von “Back to Thrill” eher in eine rockigere Richtung. Wunderbare Gitarrenriffs, die in den Bereich des Pop-Punks angesiedelt werden können, eine wunderbar spielfreudige Band und eine Sängerin Kitty Casket, die von Beginn an zu Begeistern weiß. Glasklare Stimme und der gewisse Sex-Appeal den z.B. eine Wendy James hatte. Nebenbei bemerkt sieht sie auch noch extrem gut aus.  Wer auf sehr gute handgemachte Musik steht sollte sich “Kitty in a Casket” einmal anhören. Und das Beste ist, das sie in der nächsten Zeit auch nach Deutschland zu Konzerten kommen. Also unbedingt die Augen aufhalten, ob die vier Österreicher auch zu euch in die Nähe kommen.     
Kai Grothaus





MIGNON – Kiss of Death
(Impedance Music)
Beim ersten Hören von “Kiss of Death” wird man sehr überrascht sein, denn die Aufmachung des Covers spiegelt nicht das tatsächliche Genre der Band wieder. Wo das Cover noch in den Gothic- oder Dark-Wave-Bereich führt, ist der musikalische Output eher in den Bereich der 90er-Jahre Girl-Punk-Bands an zu siedeln. Das Mignon hier ein schon bereitetes Feld betreten ist nicht weiter tragisch, denn Mignon haben auch neue Einflüsse zu bieten und so wird das Album zu keiner Zeit des Hörens langweilig. Wenn man noch eine Verbindung zwischen dem Bandnamen und der Sängerin ziehen möchte, hat sie die gleichnamigen Batterien in ihrem Hintern, denn diese Power kommt nicht von ungefähr. Kraftvolle Gesangsstrukturen bei gleichzeitig sehr angenehmer Stimme und intelligenter Soundlandschaft. Wer sich schon mit der Musik von Bands wie Transvision Vamp identifizieren konnte, sollte definitiv mal ein Ohr riskieren. Es lohnt sich.
Kai Grothaus



MONICA RICHARDS- The Strange Familiar
(DANSE MACABRE/ ALIVE)
MONICE RICHARDS ist Einigen sicherlich bekannt als Sängerin von FAITH AND THE MUSE.
Mit “The Strange Familiar” veröffentlicht sie nun eine EP, die einen kleinen Vorgeschmack auf ihr Album bilden soll.
Darauf finden sich drei Songs, die auch auf ihrem nächsten Album enthalten sein werden.
Von Rock, über Elektropop und orchestrale Elemente bedient “The Strange Familiar” einiger Sparten. Voice-Samples, mit welchen zu elektronischer Musik eine Story erzählt wird, bilden eine nette Abwechslung. Außerdem ist ein gelungener Remix des älteren Songs “A Good Thing” enthalten, der auch für Fans der alten Stücke eine Bereicherung darstellt.
Insgesamt bietet “The Strange Familiar” mit 28 min einen interessanten Einblick in MONICA RICHARDS' aktuelles Schaffen und ermöglicht somit einen Ausblick auf ihr kommendes Album.
(Marleen Karthaus)



MY DYING BRIDE - Evinta
(Peaceville (Edel))
Die Doom-Metall Legenden aus England haben anlässlich ihres 20jährigen Bandgeburtstages eine dunkeldüstere Jubiläumsscheibe im Gepäck: alte Fragmente in neuem, orchestralem Gewand. Alle Arrangements sind klassisch und kommen ganz ohne elektronische Gitarre und Schlagzeug aus. Den Gesang übernimmt die französische Opernsängerin Lucie Roche. Sänger Aaron Stainthorpe beschränkt sich auf Deklamationen. Gleich der Opener “In Your Dark Pavillon” bietet Pauken und Streicher auf. Für die Pianopassagen zeigt sich Bal Sagoth- Keyboarder Jonny Maudling verantwortlich. Die tiefen Tastentöne sind gerade in Kontrast zu den hellen Geigen wirkungsvoll. Alles in allem ein Album der Metaller, dass sich fast nach Dark-Ambiente anhört: Lang, düster und symphonisch: genau richtig für alle Fans dieser Band, die ihren Horizont erweitern möchten.
Andrea Mühlig



PARANOID FOUNDATION - Threads
(Paranoid Foundation)
Das Trio, welches sich als paranoide Gruppierung bezeichnet verbindet einen Mix aus Ambient, Industrial und soundtrackartigen Klangwelten mit ihrer eigenen kreativen, experimentellen Vision. Chris Lee als Sänger vermag durch seinen Gesang zu punkten und Andy Walter an den Geräten unterstreicht dies wohlklingend. Tetsu Okada komplettiert das Trio im Bereich Visuals und Graphics. Mit ihrer Musik versuchen die Jungs aus London, tief in die dunklen Bereiche der menschlichen Seele vorzudringen. Was dort so zum Vorschein kommt, ist dann schon wieder beachtlich. Wer keine Angst davor hat, mal sein dunkles Innerstes kennen zu lernen sollte hier mal ein Ohr riskieren.
Kai Grothaus



PRIME CIRCLE – Jekyll & Hyde
(SYNDORA records / http://www.primecircle.de/)
Vom anderen Ende der Welt kommt “Prime Circle” nicht aus Australien sondern aus Südafrika. Damit machen Sie als Rock-Export nicht wirklich typisch afrikanische Musik. Weit gefehlt. Denn der Sänger mit einer Stimme, die Pearl Jam Konkurrenz machen kann, spielt mit seinen Kollegen einen guten Rock. Gefällig, professionell und laut. Das Quintett hat nun nach immerhin 11 Jahren Bandgeschichte auch mit diesem Album einen internationalen Preis als “Breakthrough act” gewonnen. Bei dem was die fünf da auf ihrer Homepage alles an Nominierungen und Preisen verkündet, verwundert es fast ein wenig, das es so lange gedauert hat, bis sie sich mit dem Album hier zu Wort melden. Feiner gefühlvoller Rock der keiner großen und bekannten Formation in irgendwas nachstehen tut. Allein das alles wie bei anderen sehr guten Rockbands klingt, mag dann an der Eigenständigkeit und dem Wiedererkennungswert zweifeln lassen.
Oliver Garrandt



SHE WANTS REVENGE – Valleyheart
She wants Revenge sind schon seit Langem kein unbeschriebenes Blatt mehr. Ihr Händchen für griffiges Songwriting hat ihnen in der Vergangenheit schon einen Billboardchart-Erfolg eingebracht. Doch das hier ist keineswegs die leicht verdauliche Pop oder Rocknummer, die nach kurzer Zeit in der Versenkung der Musikindustrie verschwindet. Diese Amerikaner haben etwas Beständiges in ihrem Sound, das den Hörer an eine viel versprechende Zukunft der Popularmusik glauben lässt. Vielleicht gerade, weil sie sich an alte Helden der 80er/90er anlehnen, die auch heute noch ihre Fürsprecher finden. Joy Division, U2 und David Bowie seien da nur als Beispiele genannt. Die Gitarre schwebt wie ein treuer Begleiter neben dem Gesang Justin Warfields und beide lassen sich vom individuellen Rhythmus jedes einzelnen Songs tragen. Für  die härtere Gangart sind She Wants Revenge mit ihrem nun mehr dritten Album Valleyheart nicht unbedingt zu haben. Doch bei aller Gediegenheit schaffen sie es nicht in belanglose Duselei abzudriften. Sie sind eben bei jedem Song mit Energie dabei und das macht wohl auch ihren Erfolg aus.
Maria Hoffmann



SHINING – VII: Född Förlorare
(Spinefarm Records (Soulfood))
Lange musste man auf die neue Veröffentlichung von Shining warten da es durch Labelwechsel, diversen Verschiebungen und Neuankündigungen einige Verzögerungen gab. Aber nun ist sie endlich da und man muss sagen: Hut ab vor den Schweden. Wie sie den eingeschlagenen Weg weiter gehen ohne sich durch kopieren anzubiedern ist schon bemerkenswert. Zu Beginn der Karriere noch im Black Metal beheimatet kann man jetzt feststellen, dass die Bandbreite der Variationen der Band ein Verpacken in bestimmten Schubladen nicht mehr zulässt. Von rockigen über doomige Songs gibt es sogar Potential um in den beliebten TV-Charts zu landen. Rundum ein packendes Album welches zeigt, das man auch nach einer langen Auszeit noch für Überraschungen gut sein und grandiose Musik produzieren kann.
Kai Grothaus



SHOTGUN CLUB – Love Under The Gun
(STUPIDO)
SHOTGUN CLUB ist eine Formation aus Finnland, denen man ihre Herkunft anhört.
Wie es sich für echte Finnen gehört, gestaltet sich ihr neues Album “Love Under The Gun” als über weite Strecken sehr düster, melancholisch mit depressiven Tendenzen.
Stilistisch lassen sich die Songs teilweise in den New Wave – Bereich einordnen, teilweise in Richtung Post-Punk und immer recht minimalistisch, wobei auch manchmal einige Experimente ihren Platz finden.
Auch wenn die Platte über weite Strecken sehr düster daherkommt, gibt es immer wieder auch mal einige Momente, in denen die Stimmung lebhafter wird.
SHOTGUN CLUB sind eine leichte Kost, aber für Fans von minimalistischem Sound auf jeden Fall einen Versuch wert!
(Marleen Karthaus)



SKOLD – Anomie
(Dependent (Alive))
Mit Anemie legt Tim Skold, seineszeichens Mitglied von Marilyn Manson und KMFMD seinen lange erwarteten zweiten Tonträger auf den Markt. Bereits vor 15 Jahren erblickte das Debut von Skold das Licht der Welt und lange mußte man auf einen Nachfolger warten. Das sich die lange Zeit des Wartens gelohnt hat wird mit diesem Album bewiesen. Hier kann sich Tim Skold nach Lust und Laune austoben ohne an irgendwelche Einschränkungen im Hinblick auf den Style einer Band Rücksicht nehmen zu müssen. Natürlich gibt es auch Songs, die unweigerlich in die Richtung seiner beiden Hauptbands gehen, aber auch eigene Interpretationen und stilistischen Spielmittel sind auf diesem Album vertreten. Mit Anomie hat sich Skold auch aus dem großen Schatten der übermächtigen MM und KMFMD heraus gelöst und eine eigene Duftmarke gesetzt. Das dieses Werk produktionstechnisch auf allerhöchstem Niveau liegt, bedarf eigentlich keiner weiteren Erklärung. Man darf sich auf eine Liveperformance zu diesem Stück Musikgeschichte freuen.
Kai Grothaus



STEINKIND – Etappe 011   
(Danse Macabre (Alive))
Mit "Etappe 011" bringen die Jungs von Steinkind ihr mittlerweile drittes Album auf den Markt. Musikalisch ist es wie auch seine Vorgänger nicht eine Sparte hineinzudrängen. Von der E-Gitarre bis hin zum Bass, der ins Blut geht, lässt die Platte keine Wünsche offen. "Etappe 011" ist eine gelungende Fortsetzung der Steinkind – Ära, in der sich die Band textlich wieder vor allem dadurch auszeichnet kein Blatt vor den Mund zu nehmen. An Ideen mangelt es den Jungs auch nicht, denn die Platte weist, bis auf den typischen Steinkind-Stil, keine extremen Ähnlichkeiten mit den beiden Vorgängern auf. Durch die enorme Vielfältigkeit, "die Etappe 011" aufweist wird es auch nach mehrmaligem Hören noch nicht langweilig. Wenn Steinkind ihr musikalisches Niveau auf diesem Level halten und dabei nicht ihren einzigartigen Stil einbüßen, so steht weiteren Alben definitif nichts im Wege.
KristinMüller



THE SPEKTRUM – Regret of the gods
(Noisehead)
The Spektrum beliefert uns hier mit einem Album, welches man rein von der musikalischen Machart eher in den skandinavischen Raum des Metal ansiedeln würde. Umso überraschender ist, das die Jungs aus der westlichen europäischen Union stammen. Das aus Portugal auch ein harter und aggresiver Sound kommen kann, ist sicherlich noch nicht so bekannt und so sind The Spektrum eine weitere Facette der musikalischen Entdeckungen dieses Landes. Allerdings bedient man sich doch der genrespezifischen Attitüden. Somit verpufft etwas die exotische Umgebung. Vielleicht hätte hier etwas weniger der bekannten Riffs und Grools geholfen, dem ganzen einen eigenen Stempel auf zu drücken. So verabschiedet sich dieses Album im Sumpf der breiten Masse. Es ist also noch Entwicklungspotential vorhanden. Auf diversen Metal-Veranstaltungen wird die Band dankbare Abnehmer finden.
Kai Grothaus



THE HOUSE OF USHER – Pandora´s Box
(Equinoxe Records (Alive))
Man mag nicht glauben, das es jetzt mittlerweile schon das achte Album von “The House of Usher” ist und auch nach so vielen Veröffentlichungen noch immer Überraschungen in der Interpretation des Gothik-Rocks zu finden sind. Das Ensemble öffnet mit diesem Album die Büchse der Pandora, die aber dieses Mal nicht den Untergang der Welt hervorruft. Vielmehr bietet dieses Album einen grandiosen Überblick über die Entwicklung von “The House of Usher” denn in diesem Album sind die einzelnen Komponenten der Vorgängeralben sowie die aktuellen musikalischen Einflüsse vereint. Auch wenn man die Band bis heute nicht gehört hat, hat man mit dieser CD einen sehr guten Fang gemacht um sich musikalisch durch die Zeiten zu bewegen. Man darf gespannt sein, wie sich die Band noch weiter entwickeln wird, denn das hier jetzt mit der Entwicklung Schluß ist, da sollte man mal nicht von ausgehen.  
Kai Grothaus



THE MOON AND THE NIGHTSPIRIT – Mohalepte
(TMATN Rec./backcat./CARGO)
Das aus Ungarn stammende Duo von The Moon And The Nightspirit stellen auf ihrem neuen Album ”Mohalepte” wiedermal unter Beweis das sie den Zuhörer mit ihrer Musik verzaubern und auf eine Reise in andere Welten schickt. Die Texte, die vorwiegend von heidnischen Märchen handeln sind perfekt auf die sanften Mittelalterklänge abgestimmt. Zeitweise fließen orientalische Töne mit ein, die die Musik noch mystischer erscheinen lässt.
Der ungarische Gesang unterstreicht die Einzigartigkeit der Band.
Agnes, die Sängerin der Band, besticht dabei durch eine wirklich melodische und klare Stimme. Das sehr Naturverbundene und Spirituelle, dass The Moon And The Nightspirit in ihrer Musik mit einfließen lassen, ist ein Muss für jeden Fan von mittelalterlicher wie auch folkloristischer Musik.
Eileen Herking



THE TRUTH ABOUT FRANK – Cannibal Work Ethic
(L.Y.F. own imprint.)
Das experimentelle Soundgewand dieses acht Tracks umfassenden Albums schaffen es Teh Truth About Frank den Hörer in eine eigenständige Welt zu entführen. Elektronisch Klänge die leichte Anleihen bei SCI-FI-Soundtracks haben verbinden sich zu einer einzigartigen Collage aus Tönen und Stimmen. Zur Zeit noch im Eigenvertrieb wird nun sicherlich auch mal ein Label auf die Band aus Großbritannien aufmerksam, damit auch der deutschsprachige Raum bedient werden kann. Es ist nicht unbedingt ein Album wenn man nur kurz unterhalten werden möchte, sicherlich aber ein Album zum verweilen. Man sollte sich als Hörer die Zeit nehmen in die Welt von The Truth About Frank ein zu tauchen. Mit etwas Phantasie entstehen wunderbare Bilder.
Kai Grothaus



TIGERJUNGE – Jedes Lächeln bringt Punkte
Kunst muss nicht selten laut, aufdringlich und leicht zugänglich sein, um die Menschen zu erreichen. Eine Aneinanderreihung von Phrasen und Wortspielen ergibt allerdings nur in den seltensten Fällen gute Lyrics. Kommt dann noch die bereits erwähnte Aufdringlichkeit dazu, wird es schnell nervig. Tigerjunge aus Bochum haben zwar die Zeichen der Zeit erkannt und greifen in ihren Texten wunderbar die immer komplexer und oft auch absurder werdende Welt des 21. Jahrhunderts an, doch die Inhalte allein sind eben nicht genug. Bekanntlich besteht ein Song allerdings neben dem Text noch aus einer musikalischen Komponente, die auch bei den beiden Tigerjungs die zweite tragende Rolle einnimmt. Und hier wird es interessant, denn die Sounds, die den Gesang umspielen werten dieses Album deutlich auf. Passend zu dem eher unkomplexen Texten, sind sie meist eher schlicht gehalten. Dennoch verbinden sie Gitarren und Elektronik auf eine subtil vielschichtige Weise, die man als durchaus ansprechend bezeichnen kann. Ein Kontrastprogramm der etwas anderen Art, wenn man so will.
Maria Hoffmann



V. A. – Electropop.6
(conzoom Records)
Sehr interessanter Sampler mit nicht gerade bekannten Bands und Projekten aus der Electro-Szene. Aber auch gerade das macht den Reiz aus, wenn man sich ei8nfach mal fallen lässt in die Musik ohne das Klischee eines großen Namens dahinter zu haben. Musikalisch brauchen sich die 13 Songs dieses Albums nicht hinter den Compilations mit den großen Namen verstecken. Electro-Pop vom Feinsten, wo man die Annäherung an die 80er-Jahre spüren kann. Lustigerweise lässt gleich der erste Song “We just got it wrong” von Bispatial im Electropop-Mix Anleihen bei den Songs von Stock-Aitken-Waterman erkennen. Ob beabsichtigt oder nicht klingt es etwas nach Rick Astley. Davon sollte man sich jetzt aber auf keinen Fall abschrecken lassen. Denn was hier geboten wird ist wirklich TOP. Mehr gute Musik kann man kaum für sein Geld erwarten.
Kai Grothaus



VICTORY – Don´t talk science
(Golden Core/ZYX)
Wie lange musste man auf diese Art von Musik verzichten, wenn man nicht die alten Platten aus den Achtziger-Jahren des letzten Jahrhunderts entstauben wollte. Guter, handgemachter Hardrock, wie ihn seinerzeit Bands wie die Scorpions, Skid Row oder Warlock bekannt gemacht haben. Das auch heute noch die selbe Energie in den Songs stecken kann, wird mit diesem Album ausdrucksstark unter Beweis gestellt. Kein Song der nicht von Energie und Kraft strotzt und trotzdem nicht brutal in die Gehörgänge geht. Sollte dieser Sommer noch richtig losgehen ist es auf jeden Fall ein Favorit für die Fahrten im offenen Cabrio. So hat auch die Nachbarschaft noch etwas davon. Ein rundum Wohlfühl-Album für die nicht mehr ganz jung gebliebenen und ihre Nachkommen. Dann mal raus aus dem Sofa und rein in den Wagen und ab auf die Straße.
Kai Grothaus



VISION TALK – Unlike
Eingängiger kann Synthpop kaum sein und die Stimme von Richard Flow (Leadvocals) nimmt einen mit auf eine Reise in Unbeschwerte Dreamland.
Karin Halberg (Background Vocals) trägt auf harmonische Weise dazu bei, daß der Song weich, aber nicht zu soft berührt. Christer Petersson (Drums) und Alecx Kincaid (Synthesizer) nicht zu vergessen, sorgen für einen rundum gelungenen, tanzbaren Song und tragen ihr Schäflein bei. Klasse !
Martin Ludl



WIELORYB – Empty
Was aus dem Polnischen übersetzt soviel wie Walfang heißt, hat musikalisch nichts mit den ruhigen Meeresriesen gemein, deren Gesang schon so manchem Menschen die Gemütslage verbessert hat.
Leer oder Empty ist das Album mit Sicherheit nicht, eher eine schrägere Version von Prodigy.
Ganz schön laut, schrill, industriallastig, wenn man so will und bunt durcheinander in seinen Arrangements. Sicher für Fans und Kenner der Richtung geeignet, für andere gewöhnungsbedürftig bis nicht hörbar. Doch es findet sich ja immer eine Gemeinde für jede Musik, denn umsonst scheint die polnische Formation nicht schon seit 1994 zu bestehen. Dies ist immerhin beachtlich, wenn man bedenkt, dass da schon so einige andere auf der Strecke blieben.
Mir fällt auf, dass man das Werk vielleicht am ehesten mit dem Film “Twelve Monkeys” gleichsetzen könnte, surreal, abstrakt, katatonisch, skuril, schmerzend, aber irgendwie fesselnd - vielleicht.
Neo




 

Montag, 23. Oktober 2017

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